GitHub-Gründer geht nach Mobbing-Skandal

Mitgründer Tom Preston-Werner räumt nach einer internen Untersuchung seinen Posten bei GitHub. Eine ehemalige Mitarbeiterin wirft dem Unternehmen vor, Mobbing und Sexismus zu tolerieren.

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GitHub-Mitgründer Tom Preston-Werner verlässt nach einem Mobbing-Skandal das Unternehmen. Das gab der kalifornische Code-Hoster in einem Blogeintrag bekannt. Eine interne Untersuchung habe keine Straftaten, jedoch "Fehlverhalten" aufgedeckt. Zuvor hatte eine ehemalige Mitarbeiterin die Firma beschuldigt, sie aus ihrem Job gemobbt zu haben und im Alltag Diskriminierung und Sexismus zu tolerieren.

Die Programmiererin Julie Ann Horvath – auch bekannt unter dem Pseudonym "nrrrdcore" – hatte ihren Job bei GitHub im März nach nur zwei Jahren frustriert gekündigt. In einem Interview mit TechCrunch erhob sie daraufhin schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen: ein rüder Umgangston sowie respektloses und sexistisches Verhalten seien weit verbreitet und würden von den Chefs geduldet. Nachdem sie beispielsweise die Avancen eines Kollegen zurückgewiesen habe, hätte dieser wiederholt den von ihr eingereichten Code gelöscht. Auch sei sie von der Ehefrau des Firmengründers Preston-Werner ohne erkennbaren Grund gemobbt worden. Obwohl gar nicht bei Github angestellt, habe sich die Ehefrau in Personalfragen eingemischt und Mitarbeitern gedroht.

CEO Chris Wanstrath hatte sich daraufhin in einem Blogeintrag öffentlich entschuldigt und versprochen, die Unternehmenskultur zu verbessern. Eine interne Untersuchung sei eingeleitet und der betroffene Mitgründer beurlaubt worden - ein Name wurde nicht genannt. Kurz darauf jedoch rückten Tom Preston-Werner und seine Ehefrau Theresa in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Weniger einträchtig als auf diesem Bild scheint es hinter den Kulissen bei GitHub zuzugehen. Der Platz von Tom Preston-Werner (auf dem Sofa in der Mitte) ist jetzt jedenfalls frei.

(Bild: GitHub, Inc.)

In der jetzt veröffentlichten Mitteilung heißt es, die Untersuchung habe keine Beweise für die Anschuldigungen ergeben. Zwar seien weder strafbare Handlungen noch Diskriminierung festgestellt worden, jedoch habe man "Hinweise auf Irrtümer und Fehlverhalten" entdeckt. In einer vagen Begründung heißt es, "im Lichte dieser Aufdeckungen" habe Mitgründer Tom Preston-Werner seinen Rücktritt angeboten, was das Unternehmen akzeptiert habe. Alle anderen Anschuldigungen wie sexuelle Diskriminierung oder Belästigung seien jedoch haltlos. Wanstrath kündigte Mitarbeiter-Initiativen an, um Beschwerden künftig ernst zu nehmen. (tiw)