Deutsches Handwerk baut Internet-Portal

Das deutsche Handwerk geht online. Im FrĂĽhsommer sollen unter handwerk.de alle 850.000 Handwerksbetriebe auf einer gemeinsamen Plattform verbunden werden.

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Das deutsche Handwerk geht online. Im Frühsommer sollen unter handwerk.de alle 850.000 Handwerksbetriebe auf einer gemeinsamen Plattform verbunden werden, gab Handwerkspräsident Dieter Philipp bei der Eröffnung der 52. Internationalen Handwerksmesse am Mittwochabend in München bekannt. Der neue Online-Dienst versteht sich als Informationsbörse für Kunden, Betriebe und die Öffentlichkeit sowie als Marktplatz für Business-to-Business- und Business-to-Consumer-Aktivitäten. Jede mögliche Zielgruppe – seien es Betriebe, Kunden, Zulieferer, Stellensuchende, Journalisten oder Handwerkskammern – soll im Eingangsportal einen eigenen Bereich vorfinden, der speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Parallel zu der Ankündigung erläuterte Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung das Konzept. Im Idealzustand seien alle 850.000 Handwerksunternehmen unter der Zielgruppe Betriebe abrufbar und mit einer eigenen Homepage vertreten. Eine Suchmaschine helfe dabei, je nach Art des Auftrags eine Auswahl geeigneter Betriebe zu ermitteln. Diese sollen in der Lage sein, möglichst viele Geschäftsabläufe über das Internet abzuwickeln. Ähnliches gelte für Zulieferer oder andere am Handwerk Interessierte. "Das ist ein gewaltiger Input, den wir leisten werden", sagt Schleyer. "Und damit haben wir letztlich auch eine Plattform für Geschäftskontakte und Verbraucheransprachen."

Allerdings berge die durch die Plattform erreichte wachsende Transparenz der Märkte nach Ansicht Schleyers auch Risiken für die Firmen. "Wir werden in den nächsten Jahren eine Entwicklung haben, die Schluss macht mit abgeschotteten Märkten. Das erhöht den Wettbewerb." Schleyer verwahrt sich jedoch dagegen, zusammen mit den Geschäftsabläufen die gesamte Handwerksordnung zu revolutionieren. So sei es sinnvoll, an bestimmten Zunftregeln wie der Meistervorschrift festzuhalten und keine Ausnahmen zuzulassen, wie das Bundeswirtschaftsministerium vorschlägt. In Deutschland müssen Inhaber eines Betriebs die Meisterqualifikation haben.

Obwohl das Branchenwachstum mit 1,5 Prozent hinter der übrigen Wirtschaft (2,5 Prozent) zurück bleibe, beurteilt der Generealsekretär die Zukunftsaussichten des Handwerks optimistisch. Er erwartet, dass in diesem Jahr 60.000 zusätzliche Jobs geschaffen werden. (atr)