Scotland Yard fahndet nach Visa-Erpressern

Eine Gruppe von Computerkriminellen soll Erpressungsgeld in Höhe von zehn Millionen Pfund gefordert haben.

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Von
  • Christian Persson

Die britische Polizei ermittelt gegen eine Gruppe von Computerkriminellen, die in Computersysteme von mindestens zwölf multinationalen Firmen eingedrungen und Erpressungsgeld in Höhe von insgesamt zehn Millionen Pfund (ca. 31 Millionen DM) gefordert haben sollen. Scotland Yard bestätigte am Sonntag Berichte, wonach das Kreditkarten-Unternehmen Visa im Mittelpunkt der Untersuchungen steht. Es habe aber noch keine Festnahmen gegeben.

Computer-Piraten seien im Juli 1999 in das Visa-System eingedrungen, sagte Russ Yarrow, ein Sprecher der Firma, der Zeitung "Sunday Times". Eine Geldforderung sei im Dezember telefonisch und per E-Mail gestellt worden. Visa hat weltweit 800 Millionen Kreditkunden. Den Eindringlingen soll es gelungen sein, wertvolle Quellcodes zu stehlen, schreibt die Zeitung.

Bei den Nachforschungen auf der Grundlage des Gesetzes gegen Computermissbrauch stieß die Polizei den Berichten zufolge auf einen 20-jährigen schottischen Informatik-Studenten. In seinem Haus wurden Ausrüstung und Materialen beschlagnahmt. Ein Ermittler sprach gegenüber der "Sunday Times" von der "bisher schwersten systematischen Verletzung der Sicherheitssysteme" von Firmen in Großbritannien. "Die Gruppe bedient sich einer sehr ausgereiften Technik", sagte der Experte. (cp)