E-Plus sieht sich für Fusion mit Telefónica Deutschland gerüstet
Die endgültige Entscheidung über die Fusion von E-Plus und Telefónica Deutschland lässt auf sich warten. Bis Mitte Juni will die EU den Fall abschließen. Derweil putzt sich die Braut E-Plus fein heraus.
Der Mobilfunkbetreiber E-Plus sieht sich für die geplante Fusion mit Telefónica Deutschland gut gerüstet. Der Zusammenschluss lässt zwar weiter auf sich warten, aber bei den Düsseldorfern brummt das Geschäft. Im ersten Quartal 2014 gewann das Unternehmen, das derzeit noch zum niederländischen KPN-Konzern gehört, mehr als eine halbe Million Neukunden hinzu und erhöhte damit den Kundenbestand auf Basis verkaufter SIM-Karten auf 25,4 Millionen.
(Bild: dpa, Fabian Stratenschulte)
Wie E-Plus in einem Zwischenbericht mitteilte, kletterte der Umsatz von 760 Millionen Euro im Vorjahr auf 779 Millionen Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs von 195 Millionen auf 223 Millionen Euro.
Der anhaltend positive Trend unterstreiche, dass E-Plus für die vorgesehene Fusion sehr gut aufgestellt sei, erklärte der Chef der E-Plus-Gruppe, Thorsten Dirks. Von dieser verbesserten Ausgangsposition werde auch das fusionierte Unternehmen profitieren. Derzeit wird das Übernahmevorhaben von der EU-Kommission geprüft.
Beobachter gehen davon aus, dass die Fusion nicht ohne Auflagen genehmigt wird. Die Brüsseler Wettbewerbshüter befürchten vor allem, dass auf dem deutschen Markt mit dann nur drei Anbietern die Wettbewerbskräfte erlahmen könnten. Das gilt besonders für den Anbieter E-Plus, der sich in Deutschland mit seinen Discountmarken (Aldi-Talk, Simyo, Blau.de) als Preisbrecher einen Namen gemacht hat.
Vor zwei Wochen hatte die EU-Kommission mitgeteilt, dass Telefónica Zugeständnisse angeboten habe, um den Deal durchzubringen. Zu Details wurden keine Angaben gemacht. Wegen der umfangreichen Prüfungen einigten sich beide Seiten darauf, die Frist bis zum 23. Juni zu verlängern. (anw)