Studie: Studieren im Web 2.0
FĂĽr Studenten ist ein Leben ohne Internet kaum mehr denkbar - diesen Schluss lassen zumindest Ergebnisse einer gemeinsam von der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) und dem Multimedia Kontor Hamburg durchgefĂĽhrten Befragung zu.
Für Studenten ist ein Leben ohne Internet kaum mehr denkbar – diesen Schluss lassen zumindest Ergebnisse einer gemeinsam von der in Hannover ansässigen Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) und dem Multimedia Kontor Hamburg (MMKH) durchgeführten Befragung zu: Von rund 4400 Studenten, die im September und Oktober dieses Jahres für die Studie "Studieren im Web 2.0" (PDF-Datei) befragt wurden, gaben lediglich 0,3 Prozent an, weniger als eine Stunde pro Tag im Internet unterwegs zu sein. Die Mehrheit der Studierenden (73 Prozent) bewegt sich danach täglich zwischen einer und drei Stunden aktiv im Internet, ein knappes Viertel surft vier bis sechs Stunden pro Tag, und immerhin 1,3 Prozent gaben an, 10 bis 12 Stunden pro Tag im Internet unterwegs zu sein.
Laut der Untersuchung greifen die Studierenden besonders gerne auf die Online-Enzyklopädie Wikipedia und auf Netzwerke wie StudiVZ, FaceBook, MySpace oder Xing zu. So gaben 60 Prozent der Umfrageteilnehmer an, Wikipedia zu nutzen – Männer etwas häufiger als Frauen. In Social Communities sind hingegen Frauen (60 Prozent) deutlich aktiver als Männer (43Prozent). Ein gutes Drittel der Studierenden (36 Prozent) chattet häufig oder tauscht Nachrichten über Instant Messaging aus, gefolgt von Video-Communities (16 Prozent), anderen Wikis (15 Prozent) und Online-Spielen (9 Prozent). Die Simulation Second Life spielt bei Studierenden jedoch kaum eine Rolle: 79 Prozent gaben an, Second Life überhaupt nicht aufzusuchen.
Social Communities werden den Angaben zufolge vor allem zur Kommunikation mit Freunden (72 Prozent) genutzt, aber immerhin ein gutes Drittel nutzt sie auch häufig, um sich über Angelegenheiten im Studium auszutauschen. So gaben 55 Prozent der Befragten an, Communities für die Prüfungsvorbereitung zu nutzen, 49 Prozent für den Austausch von Dokumenten und Literatur, 46 Prozent zum Beispiel für die Wohnungs- und Arbeitssuche. Dieser recht intensiven Nutzung von Social Communities stehe interessanterweise eine doch recht stark ausgeprägte Skepsis bezüglich einer unerwünschten Nutzung von eingegebenen Daten und Informationen gegenüber, schreiben die Studienverfasser. So würden 58 Prozent der Studierenden sehr große bis große Bedenken bezüglich eines Datenmissbrauchs hegen.
Was das Angebot von E-Learning-Formen betrifft, stellten die Autoren fest, dass dieses in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut (und/oder qualitativ verbessert) wurde. So gaben 93 Prozent der Befragten an, lehrveranstaltungsbegleitende digitale Materialien der eigenen Hochschule zu nutzen; im Jahr 2004 seien es nur 68 Prozent gewesen. Neben der verstärkten Nutzung von Materialien auch anderer Hochschulen (Steigerung von 39 auf 48 Prozent), würden die Studierenden heute auch intensiver auf interaktive Lehrangebote zurückgreifen, heißt es weiter. Hätten im Jahr 2004 16 Prozent der Studierenden interaktive Lernformen der eigenen Hochschule genutzt, seien es heute 22 Prozent. Bei den interaktiven Lehrangeboten von anderen Hochschulen sei der Anteil der Nutzer dagegen gleich geblieben und liege nach wie vor bei 13 Prozent.
Befragt, welche studienbezogene Angebote im Internet und Intranet abseits von Lern- und Übungsmöglichkeiten besonders nützlich seien, wurden zunächst Online-Studieninformationen der Hochschule oder des Fachbereichs (86 Prozent) genannt. Hoch im Kurs (83 Prozent) stehen auch Studenten-Portale mit Selbstbedienungsfunktionen wie zum Beispiel Lehrveranstaltungs- und Prüfungsanmeldung, Rückmeldung und Notenabfrage. Auch die Online-Evaluation von Lehrveranstaltungen (63 Prozent) wird danach als sinnvoll erachtet. Und die Mehrheit der Studierenden (52 Prozent) hält zudem studentische Online-Communities am Fachbereich oder in der Hochschule für hilfreich. Die unter den abgefragten Services vergleichsweise "geringste" Nützlichkeitsbeurteilung entfiel den Angaben zufolge auf Online-Studienberatungsformen und Online-Sprechstunden via Chat oder Diskussionsforum (38 Prozent). (pmz)