Themenmolekül: Liebe im Labor

Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit einer Natur-Soundmap, der Imaging Technology Group und Chromosomenschmuck.

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Von
  • Peter Glaser

Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit einer Natur-Soundmap, der Imaging Technology Group und Chromosomenschmuck.

Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.

Ein Nierenstein unter dem Mikroskop: kuriose kristalline, lila changierende Schönheit.

Maria Popowa schreibt in ihrem wunderbaren Blog brain pickings über einen Essay (“Keeping Up with Science”) des ungarischen Satirikers László Feleki aus einem Sammelband von 1974 über wissenschaftlichen Humor ("A Random Walk in Science").

Eine Illustration des Pin-up-Künstlers Mike Ludlow: Liebe im Labor.

Mobento ist eine kostenlose Online-Video-Plattform, auf der Hunderte von Videos und Online-Kurse zu finden sind, die sich mit Technologie, Energie, Anthropologie und vielem mehr befassen. Die Videos stammen aus Quellen wie der NASA, der Stanford University und TED.

Das Filmarchiv British Pathé hat seinen gesamten Bestand von 85.000 Filmen auf YouTube hochgeladen. Zum Beispiel über “ein psychotisches Vehikel der Dreißigerjahre namens Dynasphere”.

Wie hört sich ein Buckelwal an? Wie ein Weißwangen-Gibbon? Die Nature Soundmap bietet dazu Klangschnipsel an – und noch wesentlich mehr. Den Besucher erwartet eine interaktive Karte der Welt, mit Markierungen, die Audio-Reisen durch die Tierwelt von Mittelamerika bis nach Zentralasien ermöglichen. Ganze Symphonien von Tiergeräuschen lassen sich hier finden, etwa wenn man in Griechenland auf "Summer Ambience" klickt, oder in Frankreich auf "Sonnenaufgang im Wald von Lezardrieux." Jede Markierung enthält weitere Informationen über das betreffende Tier oder das Ambiente.

Die Schimmel-Stickereien von Elin Thomas sowie Schimmel-Häkelarbeiten von Stacey Thinx ("Knowledge is beautiful").

Kolorierte wissenschaftliche Stiche von John Philipps Emslie aus dem Jahre 1850.

Die eigentliche Mission der Imaging Technology Group (ITG) ist es, Forschern am Beckman Institute for Advanced Science and Technology der University of Illinois in Urbana-Champaign zeitgemäße Möglichkeiten der digitalen Bildverarbeitung zu bieten. Die Website steht aber jedermann offen. Die Arbeit des ITG umfasst Visualisierungsprojekte aus verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen. In einer bis 1992 zurückreichenden Galerie lassen sich die Entwicklungen der wissenschaftlichen Cmputergrafik verfolgen.

In Zusammenarbeit mit der Beinecke Rare Book and Manuscript Library an der Yale University hat die Abteilung Digitale Sammlungen der Columbia University 97 Ausgaben des Tibet Mirror digitalisiert. Diese bemerkenswerte Publikation erschien zwischen 1925 und 1963 in der Stadt Kalimpong im indischen Bundesstaat Westbengalen und "zeichnete den dramatischen sozialen und politischen Wandel in Tibet" nach. Das Blatt reichte Informationen über den Zweiten Weltkrieg, die Unabhängigkeit Indiens und andere globale Nachrichten an die tibetischen Leser weiter.

"Der tödlichste wissenschaftliche Unfall der Welt": Tarantula (1955).

Wie die Lenkmuskeln von Fluginsekten arbeiten: Eine zeitaufgelöste In-vivo-Mikrotomographie zeigt die Mechanik des Flugantriebs am Beispiel der der Schmeißfliege.

Wear Your Chromosomes: Eine Schmuckkollektion der Elektronenmikroskopistin Louise Hughes aus 3D-Drucken von Mikroskopiedaten.

Was bedeutet diaphoniert? Der japanische Wissenschaftskünstler Iori Tomita beispielsweise schafft diaphonierte Versionen der fragilen Überreste präparierter Spezies. "Diaphan" bedeutet durchscheinend, durchsichtig (von griech. diaphainesthai, „durchscheinen“). Das Wort wird auch für transparentes oder transluzentes Material verwendet, oder für vergängliche oder ephemere Erscheinungen. Diaphonieren ist also eine Konservierungsmethode für wissenschaftliche Untersuchungen, bei der die Probe angefärbt wird, sodass das Skelett und die anderen internen Organe gesehen werden können, während die Probe weiterhin unzerschnitten bleibt. (bsc)