Mit Funkortung gegen häusliche Gewalttäter
Das portugiesische Justizministerium will durch elektronische Überwachung Täter und Opfer bei häuslicher Gewalt auf Abstand halten.
Mit GPS-Fußfesseln und -Armbändern will das portugiesische Justizministerium Gerichten und Polizei ermöglichen, künftig Täter und Opfer in Fällen auf Abstand zu halten, in denen Wiederholungsgefahr für Gewalttätigkeiten besteht. Nach einer internationalen Ausschreibung sind dazu 50 GPS-Ortungsarmbänder beschafft worden. Das System soll jetzt getestet werden und im Frühjahr 2009 einsatzbereit sein. Ein vergleichbares System ist bereits bei der New Yorker Polizei im Einsatz. Es löst automatisch einen Alarm in einer Sicherheitszentrale aus, sobald sich der Täter seinem früheren Opfer erneut nähert und gegen Auflagen verstößt, sich von ihm fernzuhalten.
Bislang dienten elektronische Fesseln in Portugal vor allem dazu, die Befolgung von Hausarresten zu überwachen, die aus Kostengründen vermehrt anstelle einer Untersuchungshaft verhängt werden. Daneben werden sie aber auch zunehmend zur Kontrolle krimineller, aber noch strafunmündiger Jugendlicher eingesetzt. Insgesamt hat die Regierung in Lissabon bereits 300 Millionen Euro in die elektronische Überwachung ("Vigilância Electrónica") von Straftätern investiert. (Richard Sietmann) / (jk)