Firefox hat aufgeräumt
Viele Nutzer fluchen, wenn bei Software-Updates alles Mögliche umorganisiert wird. Auch ich schwanke meist zwischen mittelschweren bis schmerzhaften Anpassungserscheinungen. Wieso fühlen dann sich die neuesten Firefox-Änderungen wunderbar intuitiv an?
- Veronika Szentpetery-Kessler
Viele Nutzer fluchen, wenn bei Software-Updates alles Mögliche umorganisiert wird. Auch ich schwanke meist zwischen mittelschweren bis schmerzhaften Anpassungserscheinungen. Wieso fühlen dann sich die neuesten Firefox-Änderungen wunderbar intuitiv an?
Es passiert mir nicht oft, dass ich auf Anhieb mit Änderungen, die mir ein Software-Update verordnet, sofort klarkomme. Genau genommen ist mir das noch nie passiert. Dieses Gefühl kenne ich bisher nur von neuen Programmen, die sich von Anfang an intuitiv und leicht bedienen lassen. Nun hatte ein Update das erste Mal diesen Effekt – die neueste Version des Firefox-Browsers namens Australis.
Bis dato hatte es mich genervt, dass der Druckknopf aus unerfindlichen Gründen links von der URL-Maske saß, während sich alle anderen Buttons rechts davon befanden: Hier hat Mozilla endlich aufgeräumt. Nun befindet sich alles Wichtige rechts beieinander. Zwar ist der Druckknopf in der Grundeinstellung nicht zu sehen und hätte mehr Sinn gemacht als der Lesezeichen-Verwalten-Button. Doch die Kurzeinweisung beim Programmstart hatte schon verraten, dass sich weitere Funktionen unter dem Icon mit den drei Linien befinden. Von hier ließ sich der Druck-Button per Drag-and-drop in den sichtbaren Bereich ziehen.
Praktischerweise lässt mich Mozilla anpassen, welche Funktionsbuttons ich sehen will und welche nicht. Ich kann offenbar beliebig viele weitere aus dem Drei-Strich-Menü hochziehen: Je mehr es sind, desto kleiner wird die Webadressen-Maske daneben. Ebenso nützlich finde ich, dass einige dieser Funktionen wie „Einstellungen“ und „Add-ons“, die bisher nur oben durch die Pull-Down-Menüs und teilweise erst nach mehreren Ebenen zugänglich waren, nun schneller erreichbar sind. Diese Menüleiste ist übrigens nach wie vor da, soweit ich es sehen kann unverändert.
Alles in allem fühlt sich Australis für mich ebenso leicht und intuitiv an, wie die Rechte-Maustasten-Funktionen bei Windows-Rechnern. Das ließ mich kurzerhand nach einer Spiegelungstaste für Linkshänder suchen, doch leider existiert sie nicht. Natürlich scheiden sich die Geister auch bei dieser Neuerung und viele nervt sie kolossal.
Das ist die Krux mit renovierten Bedienelementen: Was intuitiv und bequem ist und was nicht, lässt sich leider nicht verallgemeinern. Deshalb wäre es vermutlich sinnvoll, möglichst viele der Neuerungen für die persönliche Bequemlichkeit und Geschmack anpassbar zu machen. Gerne würde ich meine These auch bei anderen Programmen testen. Am liebsten möchte ich ein paar Icons bei Word dorthin verschieben, wo ich sie logischer fände. Auch wenn ich sicher bin, dass viele Nutzer „Endlich!“ gejubelt haben, als diese Version rauskam. (vsz)