Apples Kampf gegen den Kunden
Alle schwärmen von dem ach so billigen neuen Macbook Air 2014. Dabei ist es in Wahrheit völlig realitätsfern ausgestattet. Das Upgrade lässt sich Apple nicht nur teuer bezahlen – die Firma hat auch dafür gesorgt, dass es keine Alternativen mehr gibt.
- Jens Lubbadeh
Alle schwärmen von dem ach so billigen neuen Macbook Air 2014. Dabei ist es in Wahrheit völlig realitätsfern ausgestattet. Das Upgrade lässt sich Apple nicht nur teuer bezahlen – die Firma hat auch dafür gesorgt, dass es keine Alternativen mehr gibt.
Apple hat neue Macbook Air-Modelle in seinen Store gepackt – ganz mit Understatement ohne jegliche Ankündigung.
Nicht die neue Hardware sorgt für Aufregung, die wurde nur minimal verändert. Es war der Preis: Endlich unterbietet ein Apple-Laptop die magische 1000 Euro- bzw Dollar-Grenze.
Als ich mir das 899-Euro-“Schnäppchen“ mal näher angesehen habe, kam ich mir doch reichlich verarscht vor. Das 11-Zoll-Air bietet gerade mal 128 Gigabyte Festplattenspeicher. Das ist ungefähr der Größenstandard, den ich mal im Jahr 2001 hatte. Was glaubt Apple eigentlich, wo wir leben? 128 Gigabyte – das filmt und fotografiert man heute in einem Jahr voll.
Womit wir also in der Upgrade-Falle von Apple landen – mal wieder. 256 GB (die immer noch viel zu wenig sind) kosten dann schon 1099 Euro. Realitätstaugliche 512 GB lässt sich Apple mit einem Preisaufschlag von 500 Euro bezahlen. 1399 Euro statt des Lockangebots von 899. Ein Plus von 55 Prozent. Das nenne ich mal unverschämt. Aber das ist noch nicht alles: Gab es früher jede Menge Auswege aus Apples Wucher-Upgrade-Falle, hat Cupertino nun gelernt: Seit zwei, drei Jahren verbaut Apple munter wechselnde proprietäre PCIe-SSD-Platten. Die RAM-Module sind übrigens schon längst fest verlötet und auch nicht aufrüstbar.
Die sind also weder so ohne weiteres mit vernünftig bepreisten Dritthersteller-Produkten aufrüstbar, noch kann man seine womöglich teuer per Aufpreis bei Apple erworbenen SSD-Platten in das Macbook der nächsten Generation mitnehmen. Bei den 2014-er Macbook Airs würde das nämlich Sinn machen, weil ihre SSDs langsamer sind als die der Vorgängermodelle.
Das ist eine neue Dimenson von geplanter funktioneller Obsoleszenz. Apple möchte offenbar den historischen "Fehler" IBMs korrigieren und das einstmals offene System PC zu einem geschlossenen machen, so wie es bei Tablets und Smartphones ja von Anfang an der Fall war. Think different? Nicht mehr erwünscht.
(jlu)