Atari beendet Abmahnzusammenarbeit mit Davenport Lyons

Die Kanzlei hatte zuletzt durch ihre Arbeit für einen deutschen Pornorechteanbieter Negativschlagzeilen produziert.

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Von
  • Peter Mühlbauer

Der Spielehersteller Atari beendet seine erst vor wenigen Monaten aufgenommene Zusammenarbeit mit Davenport Lyons. Die Kanzlei hatte unter Rückgriff auf IP-Nummern, die das schweizer Unternehmen Logistep lieferte, massenhaft Schreiben an Briten versandt, in denen diese Urheberrechtsverletzungen beschuldigt und zur Zahlung von 500 Pfund zuzüglich der "Ermittlungskosten" aufgefordert wurden.

In einer Email an The Register bestätigte Atari die Beendigung der Zusammenarbeit, gab jedoch an, zur Wahrung der von der Firma beanspruchten Immaterialgüterrechte mit "Rechtsberatern" zusammenarbeiten zu wollen. Fragen nach dem Schicksal der bereits von Davenport Lyons unter Berufung auf Atari angeschriebenen Personen ließ der Spielehersteller unbeantwortet.

Der britische Rechtsanwalt Michael Cole, der zahlreiche Beschuldigte in Filesharingverfahren gegen die Kanzlei vertritt, vermutet die Gründe für die Beendigung der Zusammenarbeit in den Negativschlagzeilen, die Davenport Lyons seit Beginn der Abmahnwelle produzierte. Aufsehen hatte unter anderem der Fall eines älteren Ehepaares erregt, welches der illegalen Verbreitung eines Atari-Rennspiels bezichtigt wurde. Die beiden Schotten konnten mit Hilfe eines bekannten Verbrauchermagazins glaubhaft darlegen, dass sie noch nie ein Computerspiel angefasst, wohl aber WLAN hatten.

In der letzten Woche wurde zudem bekannt, dass Davenport Lyons für einen deutschen Pornorechteinhaber abmahnt, dessen Titel das Potential haben, dass auch zu Unrecht Beschuldigte Geldforderungen zahlen, um Aufsehen und Peinlichkeiten zu vermeiden. (pem)