Web.de-Chef: E-Mail als Kommunikationsmittel weiterhin zukunftssicher

Der neue Web.de-Chef Jan Oetjen hält E-Mails auch zukünftig immer noch für eines der wichtigsten Kommunikationsmittel.

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  • dpa

Trotz des Booms sozialer Netzwerke sieht der neue Web.de-Chef Jan Oetjen einen "ungebrochenen Trend zur E-Mail". Selbst jüngere Nutzer, die bei StudiVZ oder Facebook aktiv sind, schreiben nicht weniger, äußerte sich der 35-Jährige in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dabei beruft er sich auf eine repräsentative Studie, die das Unternehmen im Januar vorstellen will. Spätestens mit dem Einstieg ins Berufsleben sei die E-Mail nach wie vor das einzig adäquate Kommunikationsmittel, so Oetjen. Web.de ist in Deutschland der drittgrößte Anbieter von E-Mail-Diensten.

Der Web.de-Chef betonte, das Bundesinnenministerium wolle die E-Mail zu einem rechtsverbindlichen und sicheren Kommunikationsweg entwickeln. Wer eine Bewerbung abschicke oder mit einer Behörde kommuniziere, komme nicht an E-Mails vorbei.

Oetjen leitet das Tochterunternehmen der United Internet AG aus Montabaur, zu der auch der Webhoster 1&1 und der Mailanbieter GMX gehören, seit Anfang Oktober, zuvor war er Geschäftsführer des Reiseportals lastminute.com.

Oetjen geht davon aus, dass Kommunikationsdienste künftig stärker zusammenwachsen und immer häufiger von mobilen Geräten aus genutzt werden. Web.de wolle sich daher als "Kommandozentrale" im Internet etablieren. Im März hatte das Unternehmen gemeinsam mit GMX eine neue Version des Multimessenger auf den Markt gebracht. Die Software bündelt mehrere Instant-Messaging-Dienste, E-Mails und Nachrichten aus sozialen Netzwerken. Zudem ermöglicht sie Telefonie und Videotelefonie per Internet. Die nächste Version der Software könne man auch per Browser bedienen, kündigte Oetjen an. Eine Installation auf dem Rechner würde damit entfallen.

Der Web.de-Geschäftsführer sieht den Mutterkonzern United Internet für die rasanten Veränderungen im Kommunikationsverhalten der Nutzer gut gerüstet: "Wir haben eine große Nutzerbasis." Die verschiedenen Tochterfirmen hätten bei E-Mails auf dem deutschen Markt einen Anteil von rund 50 Prozent. Web.de ging 1995 als Katalog für Websites an den Start und hat heute ein Portal mit umfangreichen Inhalten. Im Oktober 2005 wurde es von United Internet gekauft. (dpa) / (pen)