MadWifi-WLAN mit quelloffenem Unterbau
Die bislang proprietäre Hardware Abstract Layer (HAL) des Linux-WLAN-Treibers MadWifi steht ab sofort im Quelltext bereit.
Die Hardware Abstraction Layer (HAL) für den Linux-WLAN-Treiber MadWifi steht ab sofort im Quelltext bereit, gab der HAL-Betreuer Sam Leffler am vergangenen Wochenende bekannt. Die Quelltexte können über ein Subversion-Repository (Web-Interface) abgerufen werden und stehen unter der ISC-Lizenz.
MadWifi war lange Zeit der einzige Linux-Treiber, der mit den WLAN-Karten von Atheros umgehen konnte. Erst vor wenigen Wochen hatte Atheros unter der gleichen Lizenz eine HAL veröffentlicht, die bei der Entwicklung des WLAN-Treibers ath5k (IEEE 802.11a/b/g) helfen soll, den einige Entwickler wie beispielsweise der bei Atheros angestellte Luis R. Rodriguez im vergangenen Jahr von OpenBSD nach Linux portierten. Ath5k und der Draft-N-WLAN-Treiber ath9k verzichten völlig auf proprietäre Teile, setzen stattdessen auf OpenHAL und gehören seit Version 2.6.25 respektive 2.6.27 zum Linux-Kernel. MadWifi nutzte bislang eine proprietäre HAL des Herstellers, die den direkten Zugriff auf die WLAN-Hardware verhindert. Die Entwickler des MadWifi-Treibers lebten bislang mit der Hersteller-HAL, obwohl damit Teile des Software-Projekts einer Black Box glichen und er nicht in den Linux-Kernel aufgenommen wurde.
Mit der Veröffentlichung der MadWiFi-HAL endet das Abkommen zwischen Leffler und Atheros, das ihm Einsicht in die Geräte-Spezifikationen des Herstellers gab. Alle Fehlerbereinigungen und Aktualisierungen für neue Chipsätze sind nun eine Aufgabe der Entwicklergemeinde. Der veröffentlichte Quelltext nutzt als Referenzplattform das Betriebssystem Linux. Interessierte Entwickler können sich auf den Mailinglisten ath5k-devel und ath9k-devel informieren. (rek)