Nikon verdoppelt: Spiegelreflex D3X mit 24,5 Megapixeln

Das neue Nikon-Spitzenmodell bietet mit den 24,5 Megapixeln des CMOS-Vollformat-Sensors die doppelte Auflösung der D3 - und will mit Raw-Dateigrößen von 50 MByte qualitativ in den Mittelformat-Bereich vorstoßen.

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Von
  • Carsten Meyer

Wem die 12 Megapixel der professionellen Nikon D3 trotz überragender Sensor-Lichtempfindlichkeit zu wenig Kaufargument boten, der sollte einen Blick auf die heute vorgestellte D3X werfen: Das neue Spitzenmodell bietet mit 24,5 Megapixeln die doppelte Auflösung der D3. Die D3X kann mit einem neu entwickelten CMOS-Bildsensor im FX-Vollformat mit 12-Kanal-Datenausgabe, einer lückenlosen Mikrolinsenanordnung und einer in den Bildsensor integrierten Rauschreduzierung aufwarten. Die Serienbildrate beträgt angesichts der verarbeiteten Datenmenge erstaunliche 5 Bilder pro Sekunde, in der DX-Betriebsart (Bildausschnitt mit 10 Megapixeln) liefert sie 7 Bilder pro Sekunde. Von der enormen Lichtempfindlichkeit des D3-Bildaufnahmers (max. 25.600 ISO) ist der neue D3X-Sensor mit nominal 1600 ISO (boostbar auf 6400 ISO) aber weit entfernt.

Die Bilddaten sollen, so Nikon, auch die Wünsche kommerzieller Auftraggeber und Bildagenturen erfüllen; die Kamera erzeugt NEF-(RAW)-Dateien mit einer Farbtiefe von 14 Bit und einer Dateigröße von 50 MByte. Robert Cristina, Manager Professional Products und NPS bei Nikon Europa, meint dazu: "Ebenso wie die D3 für die Profis in der Sportfotografie die Kamera der Wahl geworden ist, wird auch die D3X mit ihrer extrem hohen Bildauflösung erneut Maßstäbe in der professionellen Werbe- und Modefotografie sowie im Bereich der Bildagenturen setzen. Die D3X ist ohne Zweifel unsere bisher hochwertigste Kamera."

Die Live-View-Funktion vereinfacht die Arbeit im Studio und bei der gestaltenden Fotografie. Die Einschaltzeit von 0,12 Sekunden und die Auslöseverzögerung von 40 Millisekunden machen die Kamera aber auch uneingeschränkt "schnappschusstauglich". Der Verschluss (kürzeste Zeit 1/8000 s) aus einem Kevlar-/Kohlefaserverbundmaterial wurde für die intensive professionelle Nutzung entwickelt und auf 300.000 Auslösungen ausgelegt. Der Sucher deckt 100 Prozent des Bildes ab, während der hochauflösende 3-Zoll-TFT-Monitor mit 920.000 Bildpunkten volle VGA-Auflösung bietet.

Die Kamera ist mit den meisten Nikon-Objektiven kompatibel, außen vor bleiben nur die IX-Nikkore. Objektive ohne Prozessorsteuerung können mit Zeitautomatik (A) und manueller Belichtungssteuerung (M) verwendet werden. Bei Objektiven mit einer Lichtstärke von 1:5,6 oder lichtstärker lässt sich die elektronische Einstellhilfe verwenden. Wenn die Objektivdaten eingegeben werden, werden auch die Color-Matrixmessung und die Anzeige des Blendenwerts unterstützt. DX-Objektive können nur in der 10-Megapixel-Betriebsart verwendet werden.

Das abgedichtete Magnesiumgehäuse der D3X schützt das Innenleben der Kamera vor Feuchtigkeit und Staub und ist mit einem HDMI-Ausgang sowie einem Doppel-Speicherkartenfach für CompactFlash-Speicherkarten ausgestattet. Darüber hinaus unterstützt die Kamera das Wireless-LAN-System von Nikon (WT-4) und ist zu dem neuen GPS-Empfänger GP-1 kompatibel. Die D3X soll knapp 7000 Euro kosten und ab dem 19. Dezember verfügbar sein. (cm)