Die Lordschaft fortgeschafft

Roger Moore und Tony Curtis wurden in „Die Zwei“ wegen ihrer coolen Sprüche zu Kultfiguren. Jetzt kam Moores Film-DBS unter den Hammer und erzielte dort eine Rekord-Summe

vorlesen Druckansicht 2 Kommentare lesen
Die Zwei: Roger Moores Aston Martin wurde fĂĽr eine Rekordsumme versteigert
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Florian Pillau

London, 19. Mai 2014 – Product-Placement oder nicht – wer „James-Bond“ hört, denkt „Aston-Martin“. In den 007-Filmen kam zunächst der berühmte DB5 mit Sean Connery zum Einsatz, später durften unter anderem Timothy Dalton und Daniel Craig die britischen Sportwagen verheizen. Ausgerechnet der von Roger Moore verkörperte 007 aber hatte nie einen Aston als Dienstwagen.

Und doch sind der Schauspieler und der englische Luxusrenner untrennbar miteinander verbunden. In der Serie „The Persuaders“, die zu Beginn der 1970er-Jahre gedreht wurde, durfte Moore als adliger Lord Brett Sinclair standesgemäß im DBS V8 vorfahren. Sein bürgerlicher Partner Danny Wilde, gespielt von Tony Curtis, pilotierte einen Ferrari Dino 246 GT. Bei uns wurde die Serie unter dem Titel „Die Zwei“ zum Kult. Das lag in erster Linie an der Synchronisation durch das ZDF, die sich nicht immer an die Original-Drehbücher hielt. An Sprüche wie „hübsche Hütte, sieht nicht nach Bausparkasse aus“, „kleiner schottischer Freund in flüssiger Form“ oder „Euer Merkwürden“ können sich die etwas Älteren bis heute erinnern.

Die Lordschaft fortgeschafft (15 Bilder)

Roger Moores Aston Martin wurde fĂĽr eine Rekordsumme versteigert.

Sinclairs Film-DBS kam am 17. Mai 2014 im britischen Auktionhaus Bonhams unter den Hammer und erzielte dort umgerechnet 654.761 Euro. Das ist laut Bonhams der höchste Preis, den ein DBS je in einer Auktion erzielt hat. Der Aston, der in allen 24 Folgen der Serie eine Rolle spielt, weist einige interessante Besonderheiten auf. So sieht der Wagen nur aus wie ein DBS V8, unter der modifizierten Karosserie steckt jedoch ein Sechszylinder, da die Produktion des V8 zum Drehbeginn noch nicht angelaufen war. Als Nummernschild trägt das Auto in der Serie die Kombination „BS 1“ für Brett Sinclair. Im richtigen Leben gehörte dieses Schild aber dem Zirkuskünstler Billy Smart jr., der es nur für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellt hat. Als offizielle Straßenzulassung trägt der Sportler die Nummer „PPP 6H“. In der Folge „The Gold Napoleon“ ist sie auch kurz zu sehen, weil die Crew vergessen hatte, die Schilder zu wechseln.

Zum Drehschluss im Jahr 1971 hatte der DBS rund 8000 Kilometer auf der Uhr und wurde an einen Privatmann verkauft. Mehrere Besitzer später und mit einer Laufleistung von etwa 112.000 Kilometer wurde das adlige Automobil von 1995 bis 1997 bei Aston Martin umfassend restauriert. Fortan kam der feine Brite bei Oldtimer-Events zum Einsatz. Wer ihn ersteigert hat, ist nicht bekannt. Der eingangs erwähnte DB5 aus den Bond-Filmen „Goldfinger“ und „Feuerball“ schlägt den „Die Zwei“-DBS übrigens um Längen: Er wechselte im Jahr 2010 für immense 3,4 Millionen Euro den Besitzer. (fpi)