Lernhilfe: Stift vibriert bei Schreibfehlern
Ein intelligenter Stift erkennt Rechtschreibfehler. Entwickelt hat ihn das Münchner Start-up Vibewrite. Nun läuft eine Crowdfunding-Kampagne, um ihn auf den Markt zu bringen.
- Robert Thielicke
Ein intelligenter Stift erkennt Rechtschreibfehler. Entwickelt hat ihn das Münchner Start-up Vibewrite. Nun läuft eine Crowdfunding-Kampagne, um ihn auf den Markt zu bringen.
„Mein Sohn hatte sich verschrieben und meine Frau sagte, Mensch, jetzt müsste der Stift Bescheid geben“, erzählt der 37-jährige Gründer Falk Wolsky. Die Idee war geboren. Das Schreibgerät analysiert mit Hilfe von Bewegungssensoren die Handschrift und vibriert, wenn er Fehler registriert. Der Vibewrite benötigt dafür nicht wie bisherige Modelle eine spezielle Unterlage. Normales Papier reicht.
Als erster Schritt soll er Schülern beim Lernen helfen. Nutzer können ihn aber ebenso gut verwenden, um Handschriftliches zu digitalisieren – etwa bei der Visite im Krankenhaus oder der ärztlichen Sprechstunde. Der Stift kann über Wifi und Bluetooth mit Smartphone oder Computer kommunizieren. Gespeichert ist die in der Schule gelehrte Standardschrift. „Er lernt jedoch während des Schreibens und passt sich auf die individuelle Handschrift an“, versichert Wolsky. 30 bis 40 Prozent der Wörter könne er zudem aus dem Kontext erkennen. Zu 99,8 Prozent läge der Stift richtig „auch wenn der in der Praxis erreichte Wert schwer zu bestimmen ist“, gesteht der Erfinder. Bei sehr unleserlicher Schrift und einem großen Wortschatz beispielseiwese sinkt die Genauigkeit. „Es ist kein magischer Stift.“ Noch fehlt dem Schreibgerät zudem eine Grammatik-Funktion, um auch Kommafehler oder einen falschen Satzbau zu erkennen. „Da wollen wir uns dransetzen, wenn das erste Feedback aus den Schulen zurück ist“, berichtet Wolsky.
Um die weitere Entwicklung zu finanzieren, läuft auf Seedmatch derzeit eine Crowdfunding-Kampagne. Ihr Beginn war viel versprechend: Bereits in den ersten fünf Stunden konnte das Start-up 100.000 Euro einsammeln. Inzwischen stehen die Zusagen bei 272.000 Euro (Stand 20.5.). Erste Prototypen will das Unternehmen im Juli verschicken. Die 500 Modelle sollen unter anderem an zehn Testschulen in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Großbritannien gehen. Wissenschaftler werden die Einführung nach Aussage des Unternehmens begleiten. Dann wird sich auch zeigen, ob das Gerät Schülern tatsächlich beim Schreibenlernen hilft. „Noch fehlt uns der Stempel von Universitäten“, so Wolsky. (rot)