Computex

Messegesellschaft ist zufrieden mit der Auslastung des Geländes

Einen Tag vor der offziellen Eröffnung zeigen sich die Computex-Organisatoren Taitra und TCA zufrieden mit der Auslastung der Ausstellungsflächen. Auch die Gewinner des alljährlichen Computex d&i Award wurde bekannt gegeben.

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Von
  • Georg Schnurer

Während Taiwans Hauptstadt Taipeh das Drachenboot-Festival mit einem Feiertag ausklingen lässt, herrscht an den Veranstaltungsorten der morgen eröffnenden Computex 2014 reger Betrieb: Die Messebauer schuften trotz "Public Holiday", damit die Messestände der insgesamt 1710 Aussteller zur morgigen Eröffnung bereit sind für den Ansturm der erwarteten 130.000 Besucher aus aller Herren Länder. Für viele Standbauer wird das nicht ohne eine letzte Nachschicht klappen, wie ein Rundgang durch die halbfertige Computex zeigt.

Doch nicht nur Messebauer und Aussteller entgeht ein freier Montag, auch für die angereisten Pressevertreter bleibt wenig Zeit, sich an den Drachenboot-Rennen zu erfreuen: Inzwischen ist der Montag vor der Eröffnung auch bei der Computex zum Tag der Pressekonferenzen geworden. Wie bei den meisten großen IT-Messen versuchen immer mehr Aussteller mediales Interesse auf sich zu ziehen, indem sie ihre Neuheiten eben schon am Tag vor der Messeeröffnung vorstellen.

Asus, Acer und Ford balgen sich mit anderen kleineren Firmen um die Gunst der Presse. Da wollte die Computex anscheinend nicht zurĂĽckstehen und hat kurzerhand auch eine eigene "International Press Conference" auf den Messe-Vortag gelegt. Auf der recht gut besuchten Veranstaltung betonte Walter Yeh, Executive Vice President der Taitra, aufs Neue den enormen Stellenwert der Computex als zweitwichtigste IT-Messe der Welt. Smart Tech, Touch Applications, Wearables, Mobile Computing und Cloud Technologien und Services seien die herausragenden Trends der Computex 2014.

Computex 2014 - Aufbau (23 Bilder)

Halle 1 - Ăśberblick

Der Blick von oben auf den Stand des Aufbaus. Das wird sicher noch eine lange Nacht fĂĽr die Messebauer.

Neben hochkarätigen Konferenzen gäbe es laut Yeh im Rahmen der Computex mehr als 40 Produktneuvorstellungen. Zur Schützenhilfe holte sich der Taira-Chef die Marketing-Leiterin von Asus aufs Podium, die die Vorstellung von neuen Tablets ankündigte. Der ebenso aufs Podium gerufene Entwicklungsleiter von HTC versprach war aber voll des Danks für seine fleißig arbeitenden Teams aus Taiwan.

Um die Veranstaltung mit mehr Inhalt zu füllen hatte die Taitra die Verkündung der alljährlichen Gewinner des zusammen mit dem iF ausgelobten Computex Design & Innovation Awards in die Pressekonferenz integriert. Ralf Wiegmann, Managing Direktor des IF International Forum Design, freute sich über insgesamt 288 eingereichte Produkte, aus denen eine Jury fünf "Gold Award Winner" sowie 69 Preisträger in insgesamt acht Kategorien ermittelt hatte.

Die sechsköpfige Jury stammte 2014 mit einer Ausnahme kompett aus Designern, die in Asien tätig sind: Jan Fellstrom lehrt an der Dayhe Universität in Changhua, Taiwan, Design als Associate Professor. Manfred Wang ist Professor für Design an der ebenfalls in Changhua beheimateten National Taiwan Normal University. Olivier Molody ist Detail Design Director in den Shanghaier Design Studios von Great Wall Motors, einem größeren chinesischen SUV- und Pickup-Hersteller. Bei Volkswagen China ist der vierte Juror, Simon Loasby, als Design-Chef in Shanghai tätig. Terry Ko ist Principal Interaction Designer bei Yahoo, Taiwan. Die einzige Frau in der Jury ist die bei Nokia USA als Principal Designer beschäftigte Sylvia Feichtinger.

Wer wollte, konnte aus der Rede von Wiegmann leise Kritik an der Design- und Innovationsqualität der eingereichten Produkte heraushören. Die Jury hätte für 2014 durchaus mehr Innovation erwartet. Doch möglicherweise sei das angesichts der sich rasch entwickelnden Branche auch zu viel verlangt, gab sich der iF-Chef diplomatisch. Immerhin gäbe es 2014 ja bereits acht Produktkategorien, von denen einige grade erst neu definiert worden seien.

Computex 2014 d&i Gold Award Winner (5 Bilder)

Philips Two-in-One Design

Zwei mal 19" Bildschirmfläche bietet dieser Monitor von Philips.

Dennoch schritt Ralf Wiegmann anschließend tapfer zur Verleihung der Gold Awards. Die fünf Preisträger sind ein aus zwei 19"-Panels zusammengesetzter Bildschirm von Philips, die von HTC für das HTC One M8 gefertigte Klapphülle mit Loch-Design, ein zylindrischer Smartphone-Halter fürs Auto von Tear Innovation, die Gaming-Maus "Level 10 M" von Thermaltake und ein WLAN-Lautsprecher vom Typ X300A aus dem Hause GP Acoustics. Irgendwie kann man da den leisen Ruf von Wiegmann nach mehr Design und Innovation durchaus nachvollziehen.

Computex 2014 d&i - weitere interessante Preisträger (6 Bilder)

FPC Li-Ceramic Akku von Prologium

Flexibel und nur 0,36 mm dick sind die Li-Ceramics-Akkus von Prologium Technology. Man darf gespannt sein, in welchem "Wearable" sich diese Akkus in Zukunft finden.

Eine Sichtung der verbleibenden Preisträger war eher enttäuschend: Aus dem üblichen einerlei von putzig gestalteten USB-Sticks und externen Speichern ragte allerdings ein Produkt dann doch heraus: Prologium Technology zeigte einen Li-Ceramic Akku, der flexibel und dünn genug ist, um in Kleidungsstücken oder Armbändern verwendung zu finden.

Unter den verbleibenden 68 nicht-vergoldeten Preisträgern konnten wir allenfalls noch einige Produkte entdecken, die aus unserer Sicht Achtungs- oder zumindest Kuriositätspunkte verdient haben. So stellte Chen-Source das "Tablet Computer Management Device" DT-310PS vor, eine abschließbare Box, in der bis zu 10 Tablets verstaut, geladen und synchronisiert werden können. DFI presentierte EC531-HD, ein modulares Embedded System.

Giftgrün kommt der RTS-1771 von Portwell daher, ein robuster Kompakt-PC für eher spezielle Einsatzfelder. Ans Handgelenk möchte dagegen die Smartwatch Toq von Qualcomm. Unter welchem Namen sie das möglicherweise in Deutschland versucht, bleibt abzuwarten. Qualcomm fertigt üblicherweise für andere Unternehmen und vertreibt Produkte kaum unter eigenem Namen. (gs)