TV-Tipp: "Macht der Bilder - LĂĽge und Propaganda im Ersten Weltkrieg"

3sat zeigt am Mittwoch, 4. Juni, um 20.15 Uhr die Erstausstrahlung der Dokumentation "Macht der Bilder". Zu sehen sind darin im deutschsprachigen Raum größtenteils noch nicht veröffentlichtes Film- und originales Fotomaterial aus dem Ersten Weltkrieg.

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Von
  • Jobst-H. Kehrhahn

Der Erste Weltkrieg war nicht nur die Urkatastrophe des 21. Jahrhunderts, er war auch der erste Film- und Medienkrieg der Geschichte. Bereits 1914 erkannten die am Krieg beteiligten Mächte die enorme Bedeutung von Film und Fotografie für Propaganda – und nutzten sie für ihre Zwecke. Wie Fotografien und Filme während des Kriegs eingesetzt wurden und wie authentisch sie tatsächlich sind, zeigt am Mittwoch, 4. Juni, um 20.15 Uhr die Dokumentation "Macht der Bilder" von Günter Kaindlstorfer. Zu sehen sind darin im deutschsprachigen Raum größtenteils noch nicht veröffentlichtes Film- und originales Fotomaterial aus dem Ersten Weltkrieg.

Mit bewegten Bildern in der neuen "Wochenschau" sollte zum einen die "Heimatfront" mobilisiert werden, zum anderen sollten auch die Soldaten an den Fronten Informationen bekommen. Doch authentische Kampfbilder gaben die Filme aus produktionstechnischen Gründen kaum wieder. In der Regel wurde während Manövern gedreht oder schlichtweg reinszeniert. Heute geht man davon aus, dass maximal 20 Prozent des Filmmaterials aus dem Ersten Weltkrieg tatsächliche Kriegshandlungen zeigen. Der Rest ist gefälscht.

Authentischer dokumentierte die Fotografie die Gräuel des Krieges: Die Aufnahmen, die Fotografen an den Fronten machten, zeigen all das, was in den zeitgenössischen Filmen nicht zu sehen ist: die Bestialitäten des Stellungskriegs und das Elend in den Unterständen, das allgegenwärtige Leid in den Lazaretten, brennende Dörfer, an Laternenpfählen hängende "Vaterlandsverräter" und zerfetzte und zerstückelte Leichname auf den Schlachtfeldern Flanderns, Galiziens und Nordfrankreichs. (keh)