Mobilfunkvisualisierung als Wolken über Berlin

Der IT-Journalist Paul Solbach hat eine Visualisierung der Mobilfunkanlagen von Berlin erstellt. Die Karte gibt Aufschluss über die Dichte der Basisstationen.

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Paul Solbach meint "Wir sind ständig online, aber uns ist inzwischen egal, wie". Mobilfunktürme sind zumindest in Städten allgegenwärtig und ihre Zahl nimmt weiter zu, aber man bekommt es nicht mit, wenn wieder eine Basisstation in Betrieb gegangen ist.

Mit Solbachs Visualisierung kann man sich zumindest für den Bereich innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings ein Bild davon machen, wo wieviele Stationen stehen. Auf dem Ausschnitt der Stadt sind 11.500 Sendeanlagen aufgeführt. Je "heißer" ein Bereich, desto dichter ist er mit Sendern abgedeckt. Zoomt man in die Karte hinein, werden einzelne Standorte sichtbar. Klickt man sie an, kann man die Position und die Anzahl der Sender (Transmitter) ablesen.

So bietet die Karte beiden etwas, sowohl den Mobilfunkbefürwortern als auch den Gegnern. Letztere können so die Plätze meiden, an denen sie sich mobilfunkseitig belästigt fühlen, Befürworter können ihre Freizeit anhand der Anzahl der Sender ausrichten. Solbach, der auch ein Twitter-Profil führt, hat Daten von der Bundesnetzagentur mittels cURL und Python bezogen und aufbereitet, dann in Mapbox gerendert und das Wärmebild mittels Leaflet erzeugt.

Mobilfunkversorgung: Die Interessen von Immobilieneigentümern, Bundesagenturen und Konsumenten sind nicht immer deckungsgleich. Und was da noch dran hängt – Verschwörungstheorien, Aluhüte, selbsternannte Baubiologen, Unkenntnis über akustische LTE-Signaturen und anderes mehr.

Den Anstoß zu diesem Freizeitprojekt gab laut Solbach eine "LTE-800-Installation auf einem Dach gegenüber" seiner Wohnung, die seine Studiomonitore zum Piepen gebracht habe. "Ich bin in das Thema eingestiegen und musste feststellen, dass die Infrakstruktur in einer Grauzone gedeiht. Die Interessen von Immobilieneigentümern, Bundesagenturen und Konsumenten sind hier nicht immer deckungsgleich. Ganz zu schweigen von allem, was da noch dran hängt: Verschwörungstheorien, Aluhüte, selbsternannte Baubiologen, Messgeräte mit 386ern, Verordnungen aus dem Jahre 1990 und anderes mehr". (dz)