Unsere Heinzelmännchen
Hanno Charisius und Richard Friebe beschreiben in ihrem neuen Buch, wie Mikroorganismen uns am Leben halten.
- Hedwig Unterhitzenberger
Hanno Charisius und Richard Friebe beschreiben in ihrem neuen Buch, wie Mikroorganismen uns am Leben halten.
Ohne Bakterien wären wir aufgeschmissen: Unter den Nägeln halten sie Pilze fern, im Mundbereich wirken sie entzündungshemmend, und im Darm helfen sie fleißig bei der Verdauung.
In ihrem Buch "Bund fürs Leben" rekapitulieren die Journalisten Hanno Charisius und Richard Friebe zunächst viel Bekanntes über die winzigen Alliierten und warum der Kampf gegen sie schädlich sein kann. Das tun sie aber immerhin auf sehr amüsante Art.
Richtig interessant wird es jenseits der bekannten Fakten. So können Antibiotika als Dickmacher wirken. Unter ihrem Einfluss kann sich die Bakterienpopulation im Darm von Normalgewichtigen in Richtung der Mischung von Fettleibigen verschieben. Zudem untersuchen Forscher, ob Kaiserschnitt-Kinder seltener krank werden, wenn sie nach der Geburt mit dem Scheidensekret der Mutter eingerieben werden.
Das scheint eine wichtige Rolle für die spätere Gesundheit zu spielen. Durch gezielte Beeinflussung des Mikroben-Cocktails im Darm lässt sich sogar die Psyche beeinflussen. Damit liefern die Autoren auch für Kenner noch genug neue Fakten.
Hanno Charisius, Richard Friebe: "Bund fĂĽrs Leben", Hanser, 2014, 319 Seiten, 19,90 Euro (bsc)