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Für die nächste Modellgeneration plant Renault einen Espace, der gleichzeitig alles mögliche sein und können soll. Das hört sich an wie eine Abkehr von einer vernünftigen Beschränkung aufs Wesentliche, die ja den Ur-Espace auszeichnete. Erste Erlkönigbilder

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Renault erprobt den neuen Espace
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München, 23. Juni 2014 – Der Renault Espace war als erster europäischer Van so erfolgreich, weil er bei seinem Erscheinen 1983 auf höchst intelligente und originelle Weise mit Traditionen brach. Er bot den größtmöglichen Nutzwert in Kombination mit einem günstigen Unterhalt dank seiner Leichtbaustrategie. Über die Jahre verfettete der Wagen zwar ein wenig, blieb sich aber treu.

Erst als Matra ihn nicht mehr baute und Renault den Espace aus Stahl zu fertigen begann, wurde er endgültig uninteressant, weil seine spezifischen Vorteile damit ganz dahin waren. Ohne USPs war er dem Kunden egal geworden - gerade einmal 1224 deutsche Käufer entschieden sich 2013 noch für den Espace - der Rest kaufte seinen Van woanders. Für die nächste Modellgeneration plant Renault deshalb einen Wagen, der gleichzeitig alles mögliche sein und können soll. Das hört sich an wie eine Abkehr von einer vernünftigen Beschränkung aufs Wesentliche, die ja den Ur-Espace auszeichnete. Wie das Auto aussehen wird, zeigen nun erste Erlkönigbilder.

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Renault erprobt den neuen Espace

Formal lehnt sich der kommende Renault Espace eng an die im September 2013 vorgestellte Studie Initiale Paris an. Sie war mit 4,85 Meter in etwa so lang wie der aktuelle Grand Espace. Allerdings geht das Konzept weg von einer konventionellen Van-Optik. Vielmehr soll der künftige Espace in gleich mehreren Segmenten reussieren, in denen Renault derzeit nicht oder nicht gut vertreten ist: Bei den großen Vans, in der Oberklasse und bei den SUVs der gehobenen Mittelklasse. Diese Machart erinnert ein wenig an die hierzulande glücklose Mercedes R-Klasse, die aber insbesondere in China viele Fans fand und immer noch findet. Auch diesen Markt hat Renault mit dem Espace-Nachfolger sicher im Blick.

Ob es in der Serie bei den gegenläufig öffnenden Türen bleibt, darf angezweifelt werden. Deutlich seriennäher war der Antrieb der Studie: Ein 130 PS starker Dieselmotor in Verbindung mit einem Doppelkupplungsgetriebe. Das Aggregat mit 1,6 Liter Hubraum ist eng mit den Selbstzündern verwandt, die gemeinsam mit Mercedes entwickelt wurden. Dort steckt der Motor unter der Haube des C 200 BlueTec. Die offizielle Premiere des kommenden Espace ist Anfang Oktober 2014 auf dem Pariser Autosalon. (fpi)