Floppy-Fehler auch in europäischen Toshiba-Notebooks
Toshiba richtet eine Hotline für deutsche und österreichische Notebook-Besitzer ein.
Auch die in Europa verkauften Toshiba-Notebooks sind von dem Floppy-Controller-Bug betroffen, der die Firma in den USA mindestens eine Milliarde Dollar an Schadenersatz kosten wird. Toshiba Europe Personal Computer Deutschland/Österreich verspricht bis zum 10. November eine Software-Lösung, mit der der Fehler behoben werden soll. Mit 01805/224240 (Deutschland) beziehungsweise 0800/295074 (Österreich) hat das Unternehmen bereits Hotlines für Notebook-Besitzer eingerichtet. Gleichzeitig spielt Toshiba den Fehler als theoretische Gefahr herunter und behauptet, dass keine Service-Abteilung in Japan, USA oder in Europa bislang Berichte erhalten habe, die auf dieses Problem hindeuteten.
In den USA zieht der Bug dagegen immer weitere Kreise. Ursache des Problems ist anscheinend fehlerhafter Microcode im Laufwerks-Controller. Wie das Wall Street Journal berichtet, beruhe der Chip auf einem Design von NEC und Intel, das von anderen Chipherstellern übernommen wurde. Gemeint sind offenbar der µPD 765 von NEC und dessen Intel-Pendant 8272A. NEC habe den Fehler bereits 1987 bemerkt und korrigiert, berichtet die Zeitung. Es existiere auch Schriftstück mit einem entsprechenden Vermerk, das anscheinend von Intel stamme. Toshiba habe das Problem damals nicht ernst genommen.
Der Vergleich, nach dem Toshiba mehr als eine Milliarde Dollar für Notebook-Besitzer in den USA zur Verfügung stellt, könnte daher erst die Spitze eines Eisbergs sein und zu weiteren Verfahren führen. Noch ist nicht bekannt, ob auch bei anderen Computer-Unternehmen entsprechende Klagen anhängig sind. (jr)