Dem digitalen Patienten geht es gut
Nun wächst zusammen, was nach Ansicht der Branche zusammengehört: Der digitale Patient und seine Daten. Nach Quantified Self kommt der forschende Patient, der seine Daten konstruktiv nutzt.
Hurra, die Zukunft ist schon da: Während die ersten Stammdaten-Abgleichstests der Gesundheitskarte bei der Gematik in Berlin erfolgreich durchgeführt wurden, zeigte sich Siemens auf einer Veranstaltung der IFA in Berlin zuversichtlich, dass nun zusammenwächst, was zusammengehört – der digitale Patient und seine Daten.
(Bild:Â heise online/Borchers)
Patienten würden sich zunehmend selbstbewusster im Gesundheitssystem bewegen, hat Olaf Dörge von Siemens Public Healthcare beobachtet. An die Stelle der schlichten Begeisterung für Quantified Self trete der Patient, der seine Krankheit als "forschendes Selbst" begleitet und Daten mit Ärzten und anderen Betroffenen teilt. Auf diese Weise entstehe ein Healthcare-Ökosystem, dass auch für eine Messe der Unterhaltungselektronik wie die IFA ein wichtiger Ausstellungsbereich wird.
"Treiber der digitalen Gesundheit" seien nicht die Gesunden, sondern Patienten, die aus eigenem Interesse mitarbeiten, die Systemgrenzen der etablierten Medizin zu überwinden. Das glauben auch die Veranstalter der einst als "Internationale Funkausstellung Berlin" gestarteten Messe. Nicht von ungefähr sind "Health" und "Smart Homes" zwei der Leitthemen auf dem messebegleitenden Kongress IFA+ Summit.
Statusmeldung Gesundheitskarte
Während bei der IFA Optimismus verbreitet wurde, gibt es eine Wasserstandsmeldung der Projektgesellschaft Gematik zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Erstmals haben demnach rund 60 Hersteller von Krankenhausinformationssystemen, Arzt- und Zahnarzt-Praxisverwaltungssystemen ihre Software zum Auslesen der Versicherungstammdaten (VSD) nach dem neuen Schema VSD 5.2.0 mit Muster-eGKs aller Krankenkassen offline getestet.
Das seit dem 1. April ausgegebene VSD-Schema ist maßgeblich für die demnächst anstehenden Online-Tests des Stammdatenabgleichs in den Testregionen Nordost und Südwest. Während die Patienten und Ärzte in den Healthcare-Szenarien der Hersteller bereits mündig mit ihren Daten und Diagnosen umgehen, gehen die Vorbereitungen zur Einrichtung der medizinisch-telematischen Infrastruktur eher gemächlich voran. (vbr)