Hinter den Kulissen: Das Geschäft der Kunstberater
Die Inhaftierung des prominenten DĂĽsseldorfer Kunstberaters Helge Achenbach wirft ein Schlaglicht auf eine noch relativ junge Branche. Welche Rolle spielen Kunstberater auf dem Kunstmarkt?
- Dorothea HĂĽlsmeier
Sie nennen sich Kunstberater, Art Advisor oder Art Consultant – mit dem Boom auf dem internationalen Kunstmarkt tauchte auch eine neue Branche auf. Der prominente Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach, der wegen Betrugsvorwürfen seit Pfingsten in Untersuchungshaft sitzt und dessen Anteile an der renommierten Rheingold-Sammlung die Justiz kürzlich gesperrt hat, betreibt das lukrative Geschäft bereits jahrzehntelang. Er rühmte sich sogar, den Beruf des Kunstberaters in Deutschland erfunden zu haben.
Helge Achenbach
(Bild:Â dpa)
Das Besondere bei Achenbach ist, dass er engstens mit den Akteuren der Kunstwelt verdrahtet ist und mit namhaften Künstlern wie etwa dem Fotografen Andreas Gursky, oder den Malern Gerhard Richter oder Günther Uecker freundschaftliche Beziehungen pflegt. "Ich bin nach 40 Jahren an einem Punkt angekommen, wo ich das Gefühl habe: Klasse, da fühle ich mich wohl", hatte der in der Düsseldorfer Kunstszene geschätzte studierte Sozialpädagoge noch vor zwei Jahren in einem dpa-Interview gesagt.
Lesetipp
"Mitmischen im Fotokunstmarkt" - c't Digitale Fotografie 4/14 beschreibt in einem ausführlichen Artikel, wie Berufsfotografen oder auch Hobbykünstler es schaffen können, am Kunstbetrieb teilzunehmen.
Während sich in den USA eine mächtige Kunstberater-Branche etabliert hat, ist der Kreis der professionellen Kunstberater in Deutschland ziemlich klein. Der 62-jährige Achenbach, der Banken, Versicherungen, Unternehmen, aber auch reiche Privatleute beim Kauf von Kunst und dem Aufbau von Sammlungen unterstützt, galt bisher als professioneller Berater mit einem guten Gespür für Wertsteigerungen.