Smartwatch-Projekte: mit Rundum-Touch-Interface und mit Beamer
Mit eher ungewöhnlichen Smartwatch-Konzepten ist es zwei Startups gelungen, über Crowdfunding-Plattformen eine ganze Menge Geld einzusammeln. An der Umsetzbarkeit darf aber durchaus gezweifelt werden.
Wer befürchtet hat, dass nach der Veröffentlichung des des Wearables-Betriebssystems Android Wear samt passender erster Uhren nun nur noch Smartwatches nach Googles Vorgaben auf dem Markt erscheinen würden, kann sich beruhigt zurücklehnen: Zumindest kleine Entwicklerteams warten weiterhin mit innovativen Konzepten auf, die sich nicht in ein Schema pressen lassen. Um die Projekte Wirklichkeit werden zu lassen, setzen sie auf Crowdfunding – und das mit großem Erfolg.
Moment Smartwatch
Bereits knapp das Dreifache der ursprĂĽnglich angestrebten Summe von 100.000 US-Dollar konnte etwa Momentum Labs LLC ĂĽber Kickstarter fĂĽr eine Smartwatch in Form eines Armreifens mit gebogenem E-Paper-Display und Rund-um-Touchinterface einsammeln. Und dem Startup stehen noch neun Tage zur VerfĂĽgung, um weiterer Uhren zum StĂĽckpreis von 188 US-Dollar (plus 15 Dollar fĂĽr den internationalen Versand) zu verkaufen, die ab Dezember 2014 beziehungsweise Januar 2015 ausgeliefert werden sollen.
(Bild:Â Momentum Labs)
Die "Moment Smartwatch" soll ein einen TI Tiva C Series ARM Cortex M4 als CPU eingebaut haben und ein 4,4 cm (1,73 Zoll) großes Display mit einer Auflösung von 320 × 240 Pixel (16 Graustufen) bieten. Daneben soll eine komplette QWERTY-Tastatur plus Zahlenreihe Platz finden. Wobei die Entwickler nach eigenen Angaben selbst nicht davon ausgehen, dass man darauf Mails schreibt – aber man könnte es eben.
Wirklich erstaunlich ist aber die angestrebte Laufzeit: Ein 820-mAh-Akku soll einen Betrieb von bis zu 30 Tagen am Stück erlauben. Damit nicht genug, soll sich die Uhr über einfach zu installierende Hardware-Module einfach erweitern lassen – etwa um GPS.
Ritot
Für das zweite Projekt namens "Ritot" läuft derzeit eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform "Indiegogo" – ebenfalls sehr erfolgreich: Das ursprüngliche Ziel der gleichnamigen Entwicklerfirma betrug 50.000 US-Dollar, mittlerweile sind bereits über 170.000 US-Dollar von knapp 1200 Unterstützern zusammenbekommen. Und die Kampagne läuft noch bis zum 21. August.
(Bild:Â Ritot)
Auch diese Smartwatch erinnert zunächst eher an einen Armreifen. Die Besonderheit ist hier aber das fehlende Display. Stattdessen sollen die Informationen, wie etwa die Uhrzeit, auf den Handrücken des Trägers (wechelbar für rechte und linke Hand) projiziert werden – in 20 verschiedenen, frei wählbaren Farben. Nach 10 Sekunden verschwindet die Anzeige automatisch wieder.
VerfĂĽgbar sein soll die als "wasserdicht" (ohne genauere Angaben) bezeichnete Ritot in zwei Unisex-AusfĂĽhrungen: als schickes und als eher sportliches Armband. Die Laufzeit geben die Entwickler mit 1 Monat (Standby) beziehungsweise 150 Stunden (im Projektionsmodus) an, der Akku soll drahtlos aufladbar sein. Der Preis liegt fĂĽr UnterstĂĽtzer bei 120 US-Dollar, inklusive weltweitem Versand. Als Listenpreis sind 160 US-Dollar angepeilt.
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Versprochen ist versprochen
Bei beiden Modellen handelt es sich um Smartwatches, die mit einem Smartphone gekoppelt werden und praktisch als Zweitbildschirm für dieses dienen. Bei der Moment Smartwatch soll die Anbindung sowohl über Bluetooth Smart (Bluetooth 4.0 Low Energy) als auch über das wenig stromsparende Bluetooth möglich sein, bei Ritot findet man dazu bislang keine Angaben.
Beide Projekte werden vor allem mit gerenderten Bildern und Videos gezeigt, bei Ritot konnten wir die Präsentation eines Prototypen nicht entdecken. Dafür wird man auf der Seite gerade zugeschüttet mit bekannten Stockfotos, die mit dem (gerendeter) Armband samt Projektion versehen wurden. Auch die Informationen, die man über die jeweils beteiligten Unternehmen bekommt, sind eher mager. (nij)