UN-Sicherheitsrat entscheidet über Resolution zu Boeing-Absturz in der Ukraine

Russland und Australien haben Resolutionen zum Flugzeugabsturz im Osten der Ukraine vorgelegt, über die nun entschieden werden soll. Sie unterschieden sich bei der Rolle der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO)

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  • dpa

Nach dem Flugzeugabsturz im Osten der Ukraine liegen dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am Montag zwei Resolutionsentwürfe zur Abstimmung vor. Russland hatte in der Nacht einen eigenen Vorschlag vorgelegt, der sich an einem Entwurf Australiens orientiert. Unterschiede gibt es bei der Rolle der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO).

Trümmer des Flugs MH 017

(Bild: dpa)

Der australische Entwurf fordert von allen Beteiligten, insbesondere den prorussischen Separatisten, eine uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den internationalen Behörden. Gleichzeitig wird jede Manipulation an der Absturzstelle untersagt. In dem Papier wird gefordert, dass Flugschreiber und andere Beweise sofort ausgehändigt werden.

Dem Papier nach soll die ICAO zwar helfen und alle Dokumente auswerten, geleitet werden sollen die Ermittlungen aber von den nationalen Behörden – wie bei Abstürzen üblich. Die Russen wollen hingegen nicht, dass die ukrainischen Behörden die Verantwortung haben, sondern die ICAO.

Bei dem mutmaßlichen Abschuss der malaysischen Passagiermaschine über Rebellengebiet waren wohl alle 298 Menschen an Bord getötet worden. Diplomaten zufolge gibt es im Rat kaum Unterstützung für die Russen. Weil Moskau die Resolution aber per Veto verhindern kann, ist der Ausgang völlig offen. (anw)