Leichtgewicht: Einsteiger-Spiegelreflex Pentax K-m im Test
Die kompakte 10-Megapixel-Spiegelreflex Pentax K-m wendet sich an Käufer, die eigentlich eine Kompakt- oder Bridge-Kamera im Visier hatten - preislich ist sie mit derzeit rund 400 Euro für das Set mit Standard-Zoom auf jeden Fall eine Alternative.
- Carsten Meyer
Die besonders kompakte 10-Megapixel-Spiegelreflex Pentax K-m wendet sich an Käufer, die eigentlich eine Kompakt- oder Bridge-Kamera im Visier hatten – preislich ist sie mit derzeit rund 400 Euro für das Set mit Objektiv auf jeden Fall eine Alternative zu einer hochklassigen kompakten, passt aber trotz ihrer für eine SLR sehr bescheidenen Abmessungen von 122,5 (B) × 91,5 (H) × 67,5 (T) Millimetern natürlich nicht in eine Jackentasche.
Das Sparmodell ist einsteigertauglich ausgestattet, als Gehäusematerial findet durchweg Kunststoff Verwendung – dank dem die Kamera auch nur 525 g wiegt. Das Bajonett ist zwar ein Metallring, aber schon beim Set-Objektiv, dem smc DA L 18-55 mm / 3,5~5,6 AL findet man an dieser Stelle wieder Kunststoff. Trotzdem ist die "Anfassqualität" durchaus nicht übel, die Kamera macht weder einen billigen noch fragilen Eindruck. Für große Männerhände ist der Handgriff allerdings zu klein.
Hilfe, Handbuch!
Um den Umsteiger mit den Funktionen digitaler Spiegelreflexkameras nicht zu überfordern, hat Pentax ein Handbuch in die Kamera integriert, mittels Tastendruck erhält der Anwender knappe Informationen zu gewählten Menüpunkten und Einstellmöglichkeiten. Leider umfasst es nicht die zum Teil erklärungsbedürftigen Custom-Funktionen: Unter "Catch-In Fokus" dürften sich auch erfahrenere Fotografen nichts vorstellen können. Die Funktion ist übrigens eine Fokus-Falle, mit der die Kamera bei manuell fokussierten Objektiven dann auslöst, wenn sich ein Objekt in den Fokuspunkt hineinbewegt. Bei Autofokus-Objektiven wird hier eine Schärfenachführung zugeschaltet.
Das Scharfstellen erledigt ein trotz konventionell angetriebenem Objektiv angenehm fixer 5-Punkt-Autofokus mit Kreuzsensoren, wobei der aktive Fokuspunkt nicht wie üblich im Sucher angezeigt wird. Im übersichtlichen Menü kann man die Auswahl lediglich auf den mittigen Sensor beschränken. Als Autofokus-Hilfslicht bei schlechten Lichtverhältnissen fungiert eine (sehr) kurze Blitzsalve. Der Blitz muss allerdings auch im "grünen" Automatik-Modus manuell ausgeklappt werden.
Wie inzwischen viele Amateur-Spiegelrefexen bietet die K-m kein separates Status-Display, alle Informationen werden für einige Sekunden auf dem Haupt-Display dargestellt, wenn man den Auslöser antippt. Von der recht lange dargestellten "Begrüßungsmeldung" (gewähltes Programm und Datum/Uhrzeit) nach dem Einschalten sollte man sich nicht beirren lassen, die Kamera ist nach etwa einer halben Sekunde einsatzbereit. Das Display ist zwar angenehm groß, lässt aber eine "knackige" Bilddarstellung vermissen: Meist sahen die Bilder auf dem PC betrachtet deutlich besser aus, als das Kamera-LCD vermuten ließ.
Zusätzlich zur manueller Belichtung sowie zu Programm-, Zeit- und Blendenautomatiken ist die K-m mit 16 Motivprogrammen ausgestattet. Der selbstreinigende 10-Megapixel-CCD (APS-C-Format 23,5 mm × 15,7 mm) ist shift-stabilisiert, was in der Praxis etwa drei Zeitstufen längere Belichtungen aus der Hand ermöglicht. Eine Live-View-Vorschau kennt die K-m nicht, auch das Sucherbild ist kein Ausbund an Helligkeit und Größe. Eine Abblendtaste zur Beurteilung der Schärfentiefe besitzt die K-m nicht.
Gimmicks
Zum Herumspielen animieren die zuschaltbaren "Digitalfilter", die dem Bild einen gar nicht mal schlechten Weichzeichner-Effekt verleihen oder funkelnde Spitzlichter hinzufügen. Die ohnehin nicht sehr flotte Speicherzeit verlängert sich bei aktiven Filtern allerdings erheblich. Die Szene-Modi bieten praxisgerecht zehn Auswahlmöglichkeiten, von denen die für schlechtes Licht die Bildgröße auf 2 Megapixel beschränken.
Bilder speichert die Kamera wahlweise im JPEG-Format oder als Rohdaten auf SD-(HC-)Karte. Die zum Betrieb nötige Energie liefern untypisch vier AA-Batterien. Mignon-Akkus und Ladegerät gehören nicht zum Lieferumfang. Die Kamera wird ausschließlich im Set mit den Objektiven smc DA L 18-55 mm / 3,5~5,6 AL oder zusätzlich dem smc DA L 50-200 mm / 4,0~5,6 ED angeboten.