Subversion 1.5: Mehr als nur der CVS-Nachfolger

In Subversion 1.5 stehen Anwendern erstmals Funktionen zur VerfĂĽgung, wie man sie von verteilten Versionsverwaltungssystemen kennt.

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Lesezeit: 11 Min.
Von
  • Kai Gellien
  • Andreas Leibl
  • Kersten Auel
Inhaltsverzeichnis

Die neue Version 1.5 bereichert das zentralistische Subversion um Features, die man von verteilten Versionsverwaltungen kennt. Damit erfĂĽllt es auch AnsprĂĽche groĂźer Entwicklungsabteilungen.

Gut zwei Jahre nach der Freigabe von Subversion 1.3 erschien im Juni 2008 Version 1.5. Nachdem Version 1.4 eher unspektakulär war und sich mehr der Produktpflege widmete, ist die 1.5er-Ausgabe wieder eine sogenannte Feature-Release. Nach Angaben der 1999 gegründeten Firma Collabnet, Hauptsponsor des Open-Source-Projekts, handelt es sich um die größte Release seit der Version 1.0 [1].

NatĂĽrlich verfolgt Collabnet auch kommerzielle Interessen. Zum einen bietet die Firma Dienstleistungen rund um die freie Version von Subversion an und hat daneben eigene Software fĂĽr kommerzielle Nutzer im Angebot, die auf der freien Version basiert. Zur eigenen Collabnet Enterprise Edition kauften die Kalifornier im vergangen Jahr die Sourceforge Enterprise Edition, die kommerzielle Ausgabe der beliebten Open-Source-Plattform, von VA Software hinzu.

Subversion (SVN) hat man mit dem erklärten Ziel entwickelt, ein "besseres" CVS (Concurrent Versions System) zu implementieren. Wichtig war, ein ähnliches Look & Feel zu bewahren, um der großen Gemeinde der CVS-Nutzer den Umstieg zu erleichtern. Verbessert wurden zuerst die Stellen, an denen CVS die größten Defizite aufwies, beispielsweise Branching und Tagging sowie die Verwaltung von Verzeichnissen. Beim Merging, also dem Kopieren von Änderungen zwischen Entwicklungszweigen, mag Subversion zwar besser sein als CVS. Verteilten Versionsverwaltungssystemen war es in diesem Bereich jedoch unterlegen. Diese haben aufgrund ihrer Architektur, sozusagen von Natur aus, die Nase vorn. Kommerzielle Systeme wie Clearcase bieten in diesem Bereich ebenfalls mehr. Insbesondere Enterprise-Kunden, die migrieren, möchten auf solche Features, an die sie gewöhnt sind, nicht verzichten. Diese Lücke soll Subversion nun schließen.

Dies ist insofern notwendig, als Subversion zwar weiter starken Zulauf erfährt – Anfang Februar gab es über 220000 öffentliche Apache-Server, die per WebDAV Zugang zu Subversion-Repositories boten –, aber dennoch schon einige wenige, aber prestigeträchtige Projekte an verteilte Versionsverwaltungssysteme verloren hat. So hat sich etwa das Mozilla-Team dafür entschieden, sein in die Jahre gekommenes CVS eben nicht durch den etablierten Nachfolger, sondern durch Mercurial(Hg) zu ersetzen.