Offline mit Google Gears arbeiten
Googles Projekt Gears erweitert Webbrowser um Offline-Fähigkeiten. Anwender müssen dazu ein kleines Softwarepaket installieren. Entwickler können die Offline-Fähigkeiten über Javascript nutzen.
- Michael Seemann
Eine Offline-Erweiterung für Webbrowser erscheint auf den ersten Blick wie ein Paradoxon. Wozu immer noch Software benutzen, die auf einem Desktop installiert werden muss? Allerdings bleibt bei Onlineanwendungen das ungute Gefühl, die eigenen Daten aus der Hand zu geben. Man weiß nicht, wo sie gespeichert werden und wer darauf Zugriff hat. Und trotz Ajax lässt sich mit Webanwendungen noch immer nicht so komfortabel und zügig arbeiten wie mit einer Desktop-Anwendung – schon wegen der Latenz durchs Netz. Außerdem hat man nicht immer Zugriff auf Breitband-Internetverbindungen.
Offline kann aber auch heißen, dass man keinen Zugriff auf das Netz hat, in dem die Anwendung läuft. Keine seltene Situation, da die Zahl unternehmensinterner Anwendungen ständig zunimmt, die als Webanwendung im Intranet verfügbar sind. Unterwegs oder im heimischen Büro ist nicht immer ein Zugriff möglich. Alles in allem gute Gründe, Browser mit Offline-Fähigkeiten auszustatten.
Lösungsansätze dafür gibt es schon geraume Zeit. Allerdings deckten diese häufig nur einen Aspekt ab – etwa der lokale Speicher beim Flash-Plug-in – oder waren von vornherein eine spezielle Lösung, wie bei Zimbras Mailclient.
Schließlich muss man den Webanwender davon überzeugen, sich die Offlinelösung lokal zu installieren. Wenn dazu zunächst ein Download von mehreren Megabytes erforderlich ist, fördert diese Größe die Verbreitung nicht unbedingt. Eher hinderlich ist außerdem, wenn die Offlinelösung eine neue Entwicklungsumgebung benötigt. Hier könnte man Adobes AIR nennen. Bei dieser Lösung kommt als Handicap hinzu, dass es primär darum geht, Desktopanwendungen mit Webmitteln zu entwickeln. Idealerweise lassen sich Webanwendungen aber sowohl online als auch offline benutzen, und der Browser führt sie aus.