Internet-Olymp für europäische Forscher
Die Europäische Kommission will den Aufbau eines europaweiten Hochgeschwindigkeits-Forschungsnetzes vorantreiben.
Die Europäische Kommission will den Aufbau eines europaweiten Hochgeschwindigkeits-Forschungsnetzes vorantreiben. Die Internet-Infrastruktur soll die nationalen Forschungs- und Entwicklungsnetze der EU und anderer europäischer Länder bei einer Übertragungsrate von mehreren Gigabit pro Sekunde miteinander verbinden. Die Kommission steuert zu diesem Projekt rund 80 Millionen Euro – 40 Prozent der Gesamtkosten – bei. Den Rest übernehmen die teilnehmenden Länder. Den Ausbau des deutschen Wissenschaftsnetzes organisiert der DFN-Verein (Deutsches Forschungs-Netz).
Vorgesehen ist, dass das Netz bis zum Beginn des Jahres 2001 voll einsatzfähig ist. Zum einen soll es die Forschungseinrichtungen näher zusammenrücken und eine gemeinsame Plattform für Daten- und Wissensaustausch schaffen. Zum anderen wird dieses Netz selbst Gegenstand der aktuellen Forschung sein und als Grundlage dafür dienen, das als Internet der Zukunft propagierte Internet2 in größerem Umfang einzusetzen. Der für Unternehmen und Informationsgesellschaft zuständige EU-Kommissar Erkki Liikanen erklärte dazu, die Kommission bringe Europa mit ihrer Unterstützung der Forschungs- und Bildungsnetze einen großen Schritt weiter "hin zur Entwicklung eines Europas der Innovation und des Unternehmergeistes" und beschleunige damit "Europas Umgestaltung in eine echte Informationsgesellschaft".
Die Initiative ist ein erstes Ergebins des eEurope-Programms, das EU-Kommissionspräsident Prodi dem europäischen Sondergipfel am 23. und 24. März in Lissabon vorgelegt hatte. Sie fällt unter die Aktionslinie "Schnelleres Internet für Forscher und Studenten" von eEurope. Neben den EU-Mitgliedstaaten beteiligen sich Bulgarien, Estland, Island, Israel, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Norwegen, Polen, Rumänien, die Schweiz, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern. (atr)