Gadgets werden stromsparender
Eine neue US-Studie zeigt, dass Heimelektronik mittlerweile weniger Energie verbraucht als noch vor einigen Jahren. Das liegt vor allem an großen Veränderungen im Markt.
- Mike Orcutt
Eine neue US-Studie zeigt, dass Heimelektronik mittlerweile weniger Energie verbraucht als noch vor einigen Jahren. Das liegt vor allem an großen Veränderungen im Markt.
In den amerikanischen Haushalten ist der Energieverbrauch elektronischer Geräte zwischen 2010 und 2013 um zwölf Prozent zurückgegangen, obwohl es mittlerweile fast eine Milliarde mehr der kleinen Gadgets gibt. Die Ersparnis ist vor allem auf deutlich weniger stromhungrige Fernseher und Computer zurückzuführen, heißt es in einem Bericht der Forschungsgesellschaft Fraunhofer USA, die 46 verschiedene Endkundengeräte-Kategorien untersucht hat.
Es ist bereits die dritte Studie ihrer Art, die von der Consumer Electronics Association (CEA) in Auftrag gegeben wurde. Die letzten zwei Reports wurden für 2006 und 2010 veröffentlicht.
Noch sind Fernseher die Hauptverbraucher unter elektronischen Kleingeräten in den US-Haushalten. 30 Prozent machen diese im Durchschnitt aus, gerechnet auf den Gesamtstrombedarf aller Hardware. Doch Fernseher haben insgesamt 23 Prozent weniger Elektrizität im Jahr 2013 verbraucht als noch im Jahr 2010. Die Fraunhofer-Forscher sehen dafür zwei Gründe: So werden mittlerweile 50 Millionen weniger TV-Geräte eingesetzt und es gab eine massive Verschiebung von energiehungrigen Röhrenbildschirmen hin zu effizienteren Flüssigkristalldisplays.
Der zweite große Rückgang beim Stromverbrauch war im Bereich der Personal Computer messbar. Der Stromverbrauch bei Desktop-Rechnern ging substanziell zurück. Das lag einerseits daran, dass es weniger Geräte im Markt gibt – 88 Millionen 2013 gegenüber 101 Millionen im Jahr 2010. Andererseits verbrachten diese Maschinen mehr Zeit im Energiesparmodus oder waren auch mal ganz abgeschaltet.
Geholfen habe zudem, dass externe Monitore seltener eingesetzt werden – der Trend geht zu All-in-one-Maschinen. Die Nutzung von Tablets hat sich parallel verstärkt: Die Zahl der Haushalte, in denen mindestens eines der Geräte vorhanden ist, verzehnfachte sich. Strom verbrauchen iPad und Co. aber durchaus: Fraunhofer USA schätzt den Wert auf rund 0,6 Terawattstunden im Jahr 2013.
Die Forscher untersuchten nicht, wie viel der eingesparten Elektrizität womöglich außerhalb der Haushalte verbraucht wurde, beispielsweise bei Cloud-Diensten, an die Rechenleistung und Speicherplatz ausgelagert werden. Dieser Übertragungseffekt sei aber wahrscheinlich ziemlich klein, meint Bruce Nordman, Forscher am Lawrence Berkeley National Laboratory, der sich auf Energieverbrauch und Energieersparnis in Netzwerken konzentriert hat. Der meiste Stromverbrauch, den Heimelektronik verursache, falle nicht bei Hardware an, deren Aufgaben sich in externe Rechenzentren auslagern lassen. ()