Paris: Mit Selfies gegen Liebesschlösser

Tonnenweise hängen Liebesschlösser von Paaren aus aller Welt an den Geländern. Die Statik versagt, die Touristen sind gefährdet. Selfies sollen das Problem lösen.

vorlesen Druckansicht 4 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Paris will seine Brücken von Liebesschlössern befreien. Die tonnenschweren Beweise gegenseitiger Zuneigung gefährden inzwischen nicht nur die Statik von beliebten Brücken in der Stadt der Liebe. Bedroht sind die Touristen selbst: Weggeworfene Schlüssel, herabfallende Schlösser, ganze Teile des Brückengeländers bedrohen die mit Besuchern vollgepackten Ausflugsschiffe. Selbstporträts verliebter Paare sollen die Pariser Brücken nun von Liebesschlössern befreien. Die Stadtverwaltung will die Bekundungen glücklicher Besucher, seit 2008 an den Brücken geduldet, so ins Internet locken. Auf Zugängen der Brücken appellieren nun große Herzaufkleber an Verliebte: "Unsere Brücken können euren Liebesgesten nicht länger standhalten." Als Alternative gibt es love without locks (Liebe ohne Schlösser). Auf der Internetseite sollen Selbstporträts das Glück der Paare bezeugen – so dass diese nicht wie weltweit üblich ein Schloss anbringen und den Schlüssel in den Fluss werfen.

Über Netzwerke wie Instagram oder Twitter können Verliebte ihr Selfie mit dem Hashtag #lovewithoutlocks platzieren – und im Zweifel auch wieder löschen. Bis Mittwoch kamen rund 300 Fotos von Verliebten zusammen, zwischenzeitlich gab es auch Werbung von Schlossverkäufern. Die sind um die Brücken herum allgegenwärtig – mit happigen Preisen von bis zu zehn Euro pro Schloss.

Gefährdet sind in Paris vor allem die Brücken Pont de l'Archevêché hinter der Kathedrale Notre Dame und Pont des Arts zum Louvre. An der Fußgängerbrücke waren vor wenigen Wochen Geländerteile unter dem Gewicht zusammengebrochen. Elemente der Brücke sind derzeit mit Stützen zusätzlich gesichert. Aber auch andere Orte locken Schlösser – selbst der Eiffelturm ist betroffen. (sea)