Bildschirm soll Brille überflüssig machen

Brillenträger könnten ihre Sehhilfe künftig weglassen, wenn sie Bildschirme betrachten. Wissenschaftler aus den USA arbeiten an einer Technik, die Anzeigen so an die Sehschwäche des Betrachters anpasst, dass sie scharf erscheinen.

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Von
  • Rachel Metz

Brillenträger könnten ihre Sehhilfe künftig weglassen, wenn sie Bildschirme betrachten. Wissenschaftler aus den USA arbeiten an einer Technik, die Anzeigen so an die Sehschwäche des Betrachters anpasst, dass sie scharf erscheinen.

Brian Barsky von der University of California Berkeley und Gordon Wetzstein vom MIT kombinierten für ihren Anti-Brillen-Bildschirm gemeinsam mit Forschern von Microsoft eine Software mit einem Lichtfilter.

Beides zusammen gaukelt dem menschlichen Auge vor, dass sich das Bild näher oder weiter entfernt befindet als der Bildschirm – je nach Art der Sehschwäche. Bei Weitsichtigkeit etwa gelingt es dem Auge nicht, die Lichtstrahlen naher Objekte so stark zu brechen, dass sie gebündelt auf der Netzhaut erscheinen. Der Bildschirm-inhalt erscheint unscharf. Ein Algorithmus und Plastikfilter können nun mit Tausenden winzigen, gleichmäßig angeordneten Löchern genau steuern, wie der Lichtstrahl von jedem einzelnen Pixel in das Auge fällt. Das sei – anders als bei bisherigen Versuchen mit solchen Bildschirmen – möglich, ohne an Kontrast zu verlieren, sagt Wetzstein.

Dass die Methode tatsächlich funktioniert, wiesen die Forscher mit einer Spiegelreflexkamera nach. Sie diente ihnen als künstliches Auge: Weit- und Kurzsichtigkeit simulierten sie, indem sie die Brennweite der Kamera entsprechend einstellten. Anschließend fotografierten sie Bilder vom Bildschirm eines iPod Touch ab, den sie zuvor mit dem Algorithmus und dem Lichtfilter präpariert hatten. Tatsächlich waren die Aufnahmen scharf. (bsc)