Fünfeinhalb Jahre Knast für Raubkopierer
Ein Kaufmann aus Langenfeld soll Microsoft mit Raubkopien um mindestens drei Millionen DM geschädigt haben.
Ein Kaufmann aus Langenfeld bei Düsseldorf, der Microsoft mit Raubkopien um mindestens drei Millionen DM geschädigt haben soll, ist am Freitag zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Wuppertaler Landgericht bestrafte den 50-jährigen Computer-Händler wegen Verstößen gegen das Urheberrecht und Steuerhinterziehung.
Bei Durchsuchungsaktionen in den Lagerräumen des Unternehmers hatten die Ermittler im September unter anderem mehr als 4000 CDs mit Raubkopien gefunden. Der Elektronik-Händler soll aber bereits lange Zeit vor dem Fund im großen Stil mit illegalen Kopien gehandelt haben. Laut Urteil hat er von 1997 bis 1999 außerdem Umsatzsteuern in Millionenhöhe hinterzogen.
Die Münchener Microsoft-Filiale ist mit dem Urteil zufrieden. Es zeige, dass dem Schutz von Software als geistigem Eigentum ein höherer Stellenwert beigemessen werde als in der Vergangenheit. Bezüglich der Schadenersatzforderung von 3,7 Millionen DM werde Microsoft in den nächsten Tagen zivilrechtliche Schritte einleiten, hieß es.
Im Prozess hatte der Kaufmann erklärt, er sei seit Herbst 1998 von dubiosen Hintermännern aus Düsseldorf und Holland zu Abnahme und Verkauf der Raubkopien gezwungen worden. "Man hielt mir damals auch einen Revolver an den Kopf", sagte der Angeklagte vor Gericht. (cp)