Greenpeace lobt Verzicht auf Schadstoffe und kritisiert Energieverbrauch
PĂĽnktlich zur IFA erinnert Greenpeace an die UmweltsĂĽnden der Elektronikindustrie. Einige Hersteller werden aber auch gelobt, vor allem wegen des Verzichts auf Schadstoffe.
Während auf der IFA in Berlin neue Smartphones und Tablets vorgestellt werden, erinnert Greenpeace an die Schattenseiten des Gadget-Booms: Der Energieverbrauch und die Elektroschrott-Mengen wachsen weiter an, mahnen die Umweltschützer in einer Neuauflage ihrer Green-IT-Studie (PDF).
Die Industrie sei "inhärent umweltschädlich", weil sie auf ständig steigenden Konsum elektronischer Geräte setze. Stattdessen seien Geschäftsmodelle gefragt, die Profit aus Dienstleistungen generieren – zum Beispiel mit Upgrades für langlebige Geräte.
Schadstoffe
Die Aktivisten kritisieren aber nicht nur, sondern stellen auch Fortschritte fest: PVC und bromierte Flammschutzmittel, die "schlimmsten Schadstoffe", werden seltener verwendet. 2006 gab es keine Geräte ohne diese Stoffe, mittlerweile verzichten bei Handys, Tablets und PCs fast alle großen Marken auf sie. Bei Monitoren und Fernsehern sind sie allerdings noch üblich.
(Bild:Â Greenpeace)
Greenpeace versucht außerdem, die Hersteller zum Verzicht auf gefährliche Substanzen zu bewegen, die zwar nicht in den Produkten stecken, aber während der Herstellung verwendet werden, zum Beispiel zum Reinigen von Touchscreens. "Apples Entscheidung, Benzol und n-Hexan zu verbannen, zeigt den Einfluss globaler Marken auf ihre Zulieferer", loben die Autoren.
CO2-AusstoĂź
(Bild:Â Greenpeace)
Der Energieverbrauch der Industrie steigt weiter, weil die Stückzahlen steigen: 2014 werden wohl 2,5 Milliarden Handys, Tablets und PCs verkauft, 6 Prozent mehr als 2013. Der Löwenanteil der Energie wird zur Herstellung benötigt, nicht während der Nutzung. Dass die Geräte immer weniger Strom verbrauchen, hilft deshalb wenig.
"Die CO2-Emissionen zur Herstellung von Apple- und Samsung-Produkten liegen zusammen bei 35 Millionen Tonnen, das entspricht den Emissionen der gesamten Slowakei", rechnen die Umweltschützer vor. Ihr Lösungsvorschlag: Die Industrie soll ihre Fabriken mit Strom aus eigenen Solaranlagen betreiben.
Am Schluss versucht Greenpeace, die Industrie zu noch größeren Sprüngen zu animieren: Sie sei aufgrund ihrer Innovationskraft in der "perfekten Position", eine Zukunft zu erschaffen, in der schadstoff-freie Geräte mit erneuerbaren Energien hergestellt werden und in einem geschlossenen Kreislauf immer wieder recycelt werden. (cwo)