Panasonic-Henkelmann: 4K-Videos mit bis zu 60 Vollbildern
Im klassischen Henkelmann-Design hat Panasonic einen Camcorder vorgestellt, der fĂĽr 3000 Euro 4K-Videos mit bis zu 60 Vollbildern/s verspricht. Die Ausstattung macht auch Profis glĂĽcklich.
Der Camcorder HC-X 1000 von Panasonic speichert Videos in 4K-Auflösung und mit bis zu 60 Vollbildern/s. Damit übertrumpft der auf der IFA vorgestellte Camcorder Panasonics Lumix GH4, deren zeitliche Auflösung auf 30 Vollbilder/s begrenzt ist. Mit dem 1/2,3 Zoll-Bildsensor soll eine Schärfentiefenwirkung entsprechend einer Spiegelreflexkamera möglich sein.
Zum Scharfstellen genügt es, auf einen Punkt im Display zu tippen; sogar Schärfenverlagerungen sollen damit möglich sein. Um das Bild zu kontrollieren, steht ein Sucher (0,45 Zoll) bereit, der immerhin gut 400.000 Pixel auflöst. Das praktische, auszieh- und schwenkbare Display im 3,5-Zoll-Format zeigt 384.000 Pixel, was im Vergleich zur 4K-Bildauflösung eher knapp bemessen ist. Zur Schärfenkontrolle hat Panasonic eine konfigurierbare Peaking-Funktion eingebaut, die harte Kanten hervorhebt. Zebra- und Histogrammfunktion vervollständigen die Werkzeuge zum Qualitätscheck.
Das Objektiv ist als 20faches Zoom ausgelegt; die Bedienung erfolgt über drei unabhängige Ringe (Fokus, Blende, Zoom) und vier frei belegbare Tasten. Zudem ist ein dreistufiger ND-Filter vorhanden. An die Profiklasse erinnern auch die beiden XLR-Anschlüsse, die zuschaltbare Phantomspeisung und die gut bedienbaren Drehregler für den Audiopegel.
Die Videodaten legt der X1000 auf zwei Speicherkarten ab, die entweder parallel oder der Reihe nach beschrieben werden – abhängig davon, ob man eine hohe Aufzeichnungssicherheit oder eine große Aufnahmedauer bevorzugt. Die Dateien werden als AVCHD (Full HD, maximal 28 Mbit/s), als MOV oder MP4 geschrieben, auf Wunsch aber auch im „Kino“-Format (4096 × 2160, 24 Bilder/s) mit 100 Mbit/s.
Selbst wenn man "nur" in HD produzieren möchte: Die 4K-Videos des X 1000 bringen einen erfreulichen Qualitätsvorsprung, den man entweder für eine Art "Oversampling" nutzen kann – mit einem beachtlichen Schärfengewinn – oder zur nachträglichen Bildstabilisierung per Software, sogar Änderungen der Perspektive (Ausschnitt) sind damit denkbar, ohne eine Reduzierung der Zielauflösung zu riskieren.
Der 4K-Camcorder richtet sich zwar an den "Prosumer", also den ambitionierten Amateur, wird aber auch manchen Profi ansprechen. Panasonic will den X 1000 ab Mitte Oktober in den Handel bringen. (uh)