Startschuss fĂĽr Wettbewerb im Ortsnetz

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat am Mittwoch Frequenzen für den drahtlosen Teilnehmeranschluss vergeben.

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Von
  • Christian Persson

Nach Öffnung des Telefonmarktes Anfang 1998 mit drastischen Preissenkungen bei Ferngesprächen ist jetzt auch der Startschuss für mehr Wettbewerb im Ortsnetz gefallen. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post vergab am Mittwoch Frequenzen für den drahtlosen Teilnehmeranschluss. Von 32 Bewerbern seien zwölf Unternehmen im Ausschreibungsverfahren um 662 Richtfunkfrequenzen erfolgreich gewesen, teilte die Behörde in Bonn mit. Hiermit können die Unternehmen unabhängig von der Deutschen Telekom die "letzte Meile" bis zum Endkunden überbrücken.

Der Verbraucher dürfe sich jetzt im Ortsbereich auf Tarifsenkungen freuen, sagte der Präsident der Regulierungsbehörde, Klaus Dieter Scheurle. Künftig werde der Kunde zwischen mehreren Anbietern wählen können. Scheurle: "Wirtschaftlich spürt er dann die Segnungen des Wettbewerbs."

Zu den Gewinnern des Ausschreibungsverfahrens gehören die Viag Interkom (München), Star One (Düsseldorf), First Mark (Berlin) und Callino (München). Diese vier Gesellschaften hatten sich bundesweit beworben. Keiner kam aber in allen 262 Versorgungsbereichen zum Zuge. Mannesmann Arcor (Eschborn) hatte sich nicht in allen Gebieten beworben, gehört aber ebenfalls zu den Telefongesellschaften mit den meisten Richtfunkfrequenzen. Erfolgreich bei der Ausschreibung, zu der die Unternehmen 21,6 Tonnen Papier bei der Regulierungsbehörde eingereicht hatten, waren außerdem die Associated Com (Düsseldorf), BroadNet (Düsseldorf), K-Net (Kaiserslautern), Tesion (Stuttgart) sowie Viaphone und Winstar (beide Frankfurt).

Noch in diesem Jahr würden die ersten Unternehmen punktuell ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen, hieß es weiter. Zum Start wollen die Anbieter ihre Kunden mit speziellen Funkempfängern ausrüsten. Daran lassen sich dann handelsübliche Telefone anschließen; auch ISDN-Anschlüsse sind denkbar.

Die Investitionen für den Aufbau von Richtfunkstationen in den Ortsnetzen bezifferte Scheurle bundesweit auf eine Summe zwischen 500 Millionen und einer Milliarde DM. Vieles hänge jetzt davon ab, wann die entsprechenden Geräte im Markt verfügbar seien. Es gebe keine Region in Deutschland ohne Frequenzzuteilung und damit auch keine weiße Flecken auf der Landkarte. Stark umworben waren vor allem die Ballungsgebiete Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart.

Auf der Halbjahrespressekonferenz der Telekom hatte deren Vorstandsvorsitzender Ron Sommer die Frequenzvergabe im Ortsbereich begrĂĽĂźt: "Wir freuen uns, dass Wettbewerber Geld in die Hand nehmen ... und wenn wir einen echten, intensiven Wettbewerb bekommen", sagte er. (cp)