Sehen lernen

Ein guter Fotograf setzt nicht nur das um, was das Auge sieht, er ist auch in der Lage, GefĂĽhle in Bildsprache aus zudrĂĽcken. DafĂĽr notwendig sind nicht nur Timing und das Wissen um Bildgestaltung. Auch auf die richtige innere Haltung kommt es an. Unsere Schule des Sehens zeigt, wie man sie bekommt.

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Lesezeit: 25 Min.
Von
  • Torsten Andreas Hoffmann
Inhaltsverzeichnis

Es gibt viele Möglichkeiten, das Sehvermögen zu trainieren. Die einfachste besteht darin, klassische Bildgestaltungsregeln zu beachten, eine fortgeschrittene, die Wahrnehmung zu erweitern. Dieser Ansatz bedeutet, sich vorher kein Konzept zu machen und darin zu üben, den Geist beim Fotografieren leer und unvoreingenommen zu lassen. Wer dies beherrscht, kann die Welt so sehen wie zum ersten Mal – als tauche man ein in den Zauber des unmittelbaren gegenwärtigen Moments, um diesen intuitiv mit der Kamera zu gestalten. Dies funktioniert besonders gut, wenn man aufhört, die Außenwelt zu bewerten und zu beurteilen, sondern versucht, mit ihr zu verschmelzen, in sie einzutauchen. Dann wird auch das, was wir sonst negativ bewerten, wie beispielsweise ein durchlöcherter Zaun wie im Aufmacherbild, wunderschön und lädt uns ein, es bildnerisch zu gestalten. So lässt sich auch die Skyline von New York anders fotografieren: Durch einen blauen Bauzaun, der die Form eines Halbmondes hat, sieht sie ungewohnt aus. Um solche Motive zu entdecken, ist es wichtig, dass man viel Zeit hat und Orte jenseits der Touristenpunkte aufsucht, wie hier eine Baustelle im Stadtteil Williamsburgh. Das Bild wurde mit 28 mm Brennweite und Blende 11 fotografiert.

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