EU-Kartellverfahren: Murdochs News Corp kritisiert Google

Gegen die von der EU-Kommission angestrebte Einigung im Kartellverfahren gegen Google regt sich heftige Kritik. Rupert Murdochs News Corp wirft Google vor, seine Marktmacht zu missbrauchen.

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Im EU-Kartellverfahren gegen Google hat sich die News Corporation (News Corp) gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagene Einigung ausgesprochen. Das Medienkonglomerat von Rupert Murdoch kritisiert die von Google angebotenen Zugeständnisse, von denen der zuständige EU-Kommissar Joaquín Almunia Anfang des Monats berichtet hatte. Google hatte im Februar Vorschläge veröffentlicht, mit denen das Wettbewerbsverfahren beendet werden sollte.

Wie begegnet Europa der Dominanz von Google?

(Bild: dpa, Karl-Josef Hildenbrand/Symbol)

In dem nun veröffentlichten Brief erhebt Robert Thomson, der CEO von News Corp, schwere Vorwürfe gegen Google. Der Suchmaschinenriese sei bereit, "seine dominante Marktposition auszunutzen, um seine Konkurrenz zu unterdrücken". So würden beispielsweise plötzliche Änderungen am Suchalgorithmus vorgenommen, unter denen die kleinen Unternehmen litten, die von Google abhängig seien. Google müsse mehr tun, um sicherzustellen, dass die Rechte Anderer gewahrt blieben, schreibt er im Hinblick auf den Streit um Suchergebnisse, die auf illegale Angebote von urheberrechtlich geschütztem Material verweisen. Insgesamt sei außerdem zu Bedenken, dass die fünf Jahre, die eine Einigung gelten würde, im Internet einer "Ewigkeit" gleichkämen – genug Zeit für Google, die Zukunft zu prägen.

In dem Konflikt zwischen Google und der EU-Kommission geht es um die Anzeige von Suchergebnissen, wenn dabei auch hauseigene Google-Dienste angezeigt werden müssten. Das gilt etwa für Preisvergleiche und Hotelsuchen. Hier hatte Google zugesagt, konkurrierenden Spezialdiensten mehr Platz einzuräumen und gleichzeitig eigene Angebote klarer zu kennzeichnen. Weiterhin sollte es Suchmaschinen der Konkurrenz ermöglicht werden, ihre Inhalte aus Google-Diensten herauszuhalten. Vielen – darunter nun auch News Corp – gingen diese Zugeständnisse aber nicht weit genug. (mho)