Farmroboter hilft beim DĂĽngen

Im US-Bundesstaat Minnesota ist ein Gefährt unterwegs, das ohne Eingriff seines Besitzers Mais zum Wachsen bringt.

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Von
  • David Talbot

Im US-Bundesstaat Minnesota ist ein Gefährt unterwegs, das ohne Eingriff seines Besitzers Mais zum Wachsen bringt.

Das amerikanische Start-up Rowbot hat einen Roboter entwickelt, der speziell für bäuerliche Betriebe gedacht ist. Das System arbeitet autonom und rollt durch Maisfelder. Dort sprüht es gezielt Dünger – und zwar in der höchst wichtigen Wachstumsphase.

Zu den Hauptvorteilen gehört, dass Traktoren, die die bereits angewachsenen Stängel beschädigen könnten, nicht mehr eingesetzt werden müssen. Zudem lässt sich der Dünger deutlich gezielter applizieren. Das erspart dem Farmer wiederum einen Teil der Besprühung in der frühen Kultivierungsphase, sagt Firmenchef Kent Cavender-Bares – womit auch weniger Stickstoff in Gewässer entweichen kann.

Die Maschine ist so gebaut, dass sie beim Durchfahren des Feldes gleichzeitig zwei Maisreihen, an jeder Seite eine, düngen kann. Zur Navigation dienen die Satellitennavigationstechnik GPS und ein Laserscanner (LIDAR). So wird sichergestellt, dass Felder nicht verlassen oder Stängel umgenietet werden. Zwar kann eine Maisplantage auch über die Bewässerung mitgedüngt werden, doch gibt es eine solche in den USA nur auf 15 Prozent der Felder.

Das Robotersystem wurde von Rowbot zusammen mit Carnegie Robotics entwickelt, einem Spin-off der Carnegie Mellon University. Im Sommer konnte mit der Maschine im US-Bundesstaat Minnesota ein 20 Hektar großes Maisfeld bearbeitet werden. Pro Hektar kostete das den landwirtschaftlichen Betrieb nur 25 US-Dollar – plus Dünger.

Das Rowbot-System ist Teil einer technischen Revolution, die sich in den vergangenen Jahren in der Landwirtschaft abzeichnet. GPS-geführte Traktoren sind mittlerweile häufig im Einsatz, um punktgenau Saat und Dünger auszubringen. Der letzte Schrei sind Drohnen, die hochauflösende Bilder von Feldern anfertigen, damit Bauern Probleme rechtzeitig erkennen können.

Mike Schmitt, Professor am Institut für Boden-, Wasser- und Klimaforschung der University of Minnesota, der die Rowbot-Technik kennt, hält den kleinen Roboter für ein praktisches Zusatzwerkzeug im Bereich der Düngermanagements auf Maisfeldern. Die Fähigkeit, diesen zeitlich wie örtliche präzise auszufahren, sei für die Ernte äußerst kritisch.

Rowbot hat bislang ein Startkapital von 2,5 Millionen Dollar eingesammelt. Derzeit diskutiert die Firma mit der University of Illinois über eine breiter angelegte Studie, um die Technik im Industriemaßstab zu demonstrieren. Dabei sollen dann gleich mehrere Rowbot-Systeme auf Großfeldern zum Einsatz kommen, ergänzt um zusätzliche Sensoren, damit sie sich nicht in die Quere kommen. Zudem testet das Start-up gerade, ob sich die Methode auch zum Ausbringen von Saatgut für Gründünger eignet, während der Mais noch steht. (bsc)