Architektur gekonnt aufnehmen
Besonders in der Architekturfotografie kann man oft nicht so, wie man möchte. Profifotograf Adrian Schulz schildert in diesem Workshop konkrete Schwierigkeiten beim Fotografieren von Gebäuden und zeigt kreative Lösungen dazu, wie auch unter schwierigen Bedingungen gute Aufnahmen entstehen.
- Adrian Schulz
Wie finde ich ausgefallene Motive?
Gerade Fotografen, die sich für die Architekturfotografie interessieren und nicht in einem großstädtischen Umfeld leben, fühlen häufig eine gewisse "Motivnot", da sämtliche markanten Neubauten aus ihrer Umgebung zur Genüge fotografiert sind. Gute Architekturfotografie beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Darstellung von modernen Neubauten aus Glas und Beton. Architektur kann auf viele unterschiedliche Arten in Erscheinung treten. Das reicht von jahrhundertealten Sehenswürdigkeiten wie Kirchen, Schlössern oder Palästen bis zu rein auf ihre Funktion reduzierten Nutzbauten wie Industriekomplexen oder Lagerhallen. Markante Neubauten des öffentlichen Lebens sind genauso Architektur wie der einfache Wohnungsbaubestand einer jeden Stadt oder seit Langem vergessene, abbruchreife Gebäude und Ruinen auf dem Land. Auch Brücken, temporäre Bauten, Pyramiden, Bunker, Türme, Sendemasten und sogar Toilettenhäuschen stellen eine Form der Architektur dar.
Bewegt man sich durch das städtische Umfeld, trifft man oft auf räumliche Situationen, die sich erst beim zweiten Hinsehen als interessantes Architekturmotiv erweisen. Wer die Augen offen hält, kann mit etwas Geschick trotz oder gerade wegen der besonderen Beschaffenheit solcher Räume oder Gebäude sehr spannende Aufnahmen machen.
(Bild:Â Adrian Schulz)
Um neben touristischen und architektonischen Attraktionen auch ungewöhnliche Motive zu finden, ist es daher häufig sehr erfolgversprechend, wenn man sich abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten auf den Weg macht und die Umgebung zu Fuß erkundet. Die spannendsten Motive findet man oft an Orten, an denen man sie am wenigsten erwartet.
Eine vorangegangene Recherche am heimischen Computer mittels Luft- und Satellitenbildern von Quellen wie Google Maps erhöht die Erfolgschancen für das Entdecken ausgefallener Motive. In solchen Onlinediensten empfiehlt es sich außerdem immer, wenn möglich Ebenen von Bilddatenbanken wie Panoramio zu aktivieren, die Fotos mit Geoposition im aktuellen Kartenausschnitt zeigen. Hierdurch kann man einen noch genaueren Eindruck des speziellen Ortes gewinnen und bekommt zugleich Hinweise auf weitere potenzielle Motive in der näheren Umgebung.
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