Zweitverwertung

Auch die dritte Focus-Generation erhält eine RS-Version. Um den Konkurrenten VW Golf R oder Mercedes A 45 AMG beizukommen, ist ein Allradantrieb so gut wie unverzichtbar. Angeblich soll der nächste Focus RS ein neues High-Performance-Allradsystem mit Torque Vectoring an beiden Achsen erhalten

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Die dritte Generation des Ford Focus RS als Prototyp auf der Nordschleife
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Von
  • Stefan Wagner

Nürburg, 17. Oktober 2014 – Spätestens mit diesen Erlkönigbildern von der Nürburgring-Nordschleife steht fest: Auch die dritte Focus-Generation erhält eine RS-Version mit dem aggressiven Look der beiden Vorgänger. Schon länger gilt als sicher, dass er den 2,3-Liter-Motor des Ford Mustang bekommen wird. Für Europa wäre das die Zweitverwertung dieses Vierzylinders und ein würdigerer Einsatz als im Ford Mustang, dem aus alten Klischeegründen ein V-Motor besser steht.

Die Bilder zeigen einen Prototypen mit weit herunter gezogener Frontschürze, dickeren Seitenschwellern, einem größeren Dachspoiler (wo ist die Rallye-Theke der zweiten Generation geblieben?) sowie einer Heckschürze, die zwei große Auspuffrohre und einen Diffusor integriert. Der aktuelle Focus ist nur als Fünftürer zu haben und das kann sich mit dem neuen RS nicht ändern.

Zweitverwertung (10 Bilder)

Die dritte Generation des Ford Focus RS als Prototyp auf der Nordschleife.

Eine weit wichtigere Neuerung könnte aber die Adaption eines Allradantriebs darstellen. Trotz eines ausgeklügelten Frontantriebs-Setups mit RevoKnuckle-Vorderachse und Quaife-Sperrdifferenzial hatte der 305 beziehungsweise 350 PS starke Vorgänger nämlich ganz schön zu kämpfen, wenn der Fahrer die Leistung auch in Kurven auf die Fahrbahn bringen wollte. Um den direkten Konkurrenten VW Golf R oder Mercedes A 45 AMG beizukommen, ist ein Allradantrieb so gut wie unverzichtbar. Angeblich soll der nächste Focus RS ein neues High-Performance-Allradsystem mit Torque Vectoring an beiden Achsen erhalten. Ob es einen Zusammenhang mit den Systemen im neuen Mondeo oder im kommenden S-Max gibt, ist jedoch unklar.

Als sicher gilt, dass der Ford Focus RS 2015 vom 2,3-Liter-EcoBoost-Vierzylinder aus dem neuen Ford Mustang angetrieben wird. Im Mustang leistet dieses Aggregat 314 PS und 434 Nm. Im Focus RS sollen sogar 330 PS möglich sein. Den herrlichen Klang des alten 2,5-Liter-Fünfzylinders wird der neue Motor trotzdem nicht bieten können. Eine manuelle Sechsgang-Schaltung wird die Kraft übertragen, dass es eine Automatik-Version geben wird, erscheint derzeit eher unwahrscheinlich. Wir erwarten den neuen Ford Focus RS gegen Mitte des Jahres 2015. Etwa zeitgleich sollte auch der direkte Rivale Audi RS3 auf den Markt kommen. Die zweite Generation des Focus RS startete bei 33.900 Euro. Der Neue dürfte – abhängig von der Einführung eines Allradantriebs – ein wenig teurer werden. (imp)