Besserer Zoom fĂĽr Handy-Kameras
Eine US-Firma hat ein optisches Verfahren entwickelt, mit dem mobile Bildsensoren schärfer und kompakter werden sollen.
- Rachel Metz
Eine US-Firma hat ein optisches Verfahren entwickelt, mit dem mobile Bildsensoren schärfer und kompakter werden sollen.
Smartphone-Kameras zoomen meist digital, vergrößern also Bilder per Software. Doch das Ergebnis kann pixelig aussehen. Optische Zoom-Vorrichtungen würden schärfere Bilder liefern, die Handys aber zu dick machen. Denn hier muss eine Linse vor dem Bildsensor vor und zurück bewegt werden. Abhilfe könnte eine Idee des US-Unternehmens DynaOptics schaffen. Mit ihr sollen sich Smartphones mit einem extrem flachen optischen Zoom ausstatten lassen.
Noch ist der Demonstrator allerdings recht groß, den Dyna-Optics-Geschäftsführerin Li Han Chen an ihren Laptop angeschlossen hat. Mehrere rechteckige Linsen liegen hintereinander angeordnet. Sie sind etwa einen halben Daumennagel groß und teils konkav, teils konvex geformt. Sollen sie ein Bild scharf stellen, verschiebt sie ein Elektromotor seitlich zueinander – und zwar so, dass die geeigneten Linsenbereiche überlappen. Welche Linse wie weit und wohin bewegt wird, bestimmt eine Software. Der Abstand der Linsen zueinander ändert sich also nicht.
Die Bildqualität der Vergrößerungen sei noch verbesserungs-bedürftig, gibt Chen freimütig zu. Zudem sei bisher nur eine dreifache Vergrößerung möglich, das Ziel sei aber eine fünf- bis sechsfache. Zunächst will DynaOptics das System allerdings so weit verkleinern, dass es in Smartphones passt.
Anfang 2015 will das Unternehmen erste Linsen für Tests zu Verfügung stellen. Läuft alles gut, könnte der neue Zoom Ende 2015 oder Anfang 2016 in Smartphones auftauchen. Die Technik ließe sich aber auch anderweitig einsetzen, sagt Chen, zum Beispiel in Drohnen- und Roboterkameras. (bsc)