Aufräumen mit Weichzielen

Nicht intelligent defensiv sondern provokant aggro tritt der gepanzerte Prombron "Black Shark" des lettischen Herstellers Dartz im Gegensatz zu den üblichen Personenschutz-Mobilen auf. Offenbar gibt es tatsächlich Kunden für solche Autos, und ganz sicher sind sie der Meinung "die Straße gehört mir!"

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Diskret ist anders: Dartz aus Lettland enthüllt den massiven Prombron Black Shark
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Riga (Lettland), 22. Oktober 2014 – Nicht intelligent defensiv oder unauffällig distinguiert sondern provokant aggro – so tritt der gepanzerte Prombron "Black Shark" des lettischen Herstellers Dartz im Gegensatz zu den üblichen Personenschutz-Mobilen auf. Man weiß nicht genau, wie viel Augenzwinkern darin steckt, wenn der Firmenchef dem Auto "imperiale russische Opulenz, sowjetische Militärstärke und deutsche Ingenieurskunst" in Kombination bescheinigt. Offenbar aber gibt es tatsächlich Kunden für seine Kreaturen, Pardon, Kreationen. Sicher sind sie der Meinung "die Straße gehört mir!" – noch genauer vorstellen möchte man sich solche Zeitgenossen aber nicht.

Benannt nach einem russischen Kampfhubschrauber, ist der "Black Shark" die verkürzte Version des Dartz PRVY. Technische Basis ist der Mercedes GL 63 AMG mit einem Radstand von 3,07 Meter, die Leistung beträgt mindestens 557 PS. Hoher Wert wird auf die Sicherheit der Insassen gelegt: So lassen sich die Scheiben elektrochromatisch abdunkeln, hinzu kommen unsichtbar angebrachte Türgriffe. Der Kevlar-Titan-Aufbau der Karosserie soll unter anderem Minenexplosionen widerstehen, der Kühlergrill ist gepanzert. Der Wagen erfüllt insgesamt die Sicherheitsstufe VR7.

Aufräumen mit Weichzielen (14 Bilder)

Wenn es nicht ernst gemeint wäre, würde man ganz selbstverständlich Satire vermuten: Dartz aus Lettland enthüllt den massiven Prombron Black Shark.

Zusätzlich unterstützt er verhaltensauffällige, Verzeihung, verhaltensausfällige Benutzer in ihrer Aggression gegen missliebige Passanten – sie können mit Stromschlägen in die Knie gezwungen werden. Sollte sich dennoch zu viele Weichziele um das Auto versammeln, können Akustikkanonen eingeschaltet und Blendattacken gestartet werden. Immerhin: Ein System überwacht laut Dartz den physischen und psychischen Zustand des Fahrers. Letzteres könnte unter Umständen schlimmere Eskalationen verhindern, hoffen wir.

Ferner eingebaut sind ein Fingerabdruck- und Augenscanner, per mobiler App lässt sich der "Black Shark" von außen überwachen. Das Auto in Schlachtschiffgrau verfügt zudem über ein scharfschützensicheres Dach, ein Straßen-Analysegerät, eine Funkstöranlage und einen Detektor für explosive Präsente.

Leo Jankelowitsch, Gründer und Eigentümer von Dartz, weist den Begriff SUV für seine Kreationen entrüstet von sich. Dieser Begriff würde für seine Kunden das Fahrzeug in die Nähe von Bauern-Pick-ups und Muttis höherlegte Einkaufskutsche rücken. Stattdessen haut er lieber mächtig auf den Putz und merkt an, dass der "Black Shark" drei Dinge kombiniert: Imperiale russische Opulenz im Innenraum, sowjetische Militärstärke bei der Panzerung und deutsche Ingenieurskunst bei Fahrwerk und Antrieb.

Glücklicherweise nur fünf Exemplare des "Black Shark" sind geplant. Eines davon ist als "wahres Agentenfahrzeug des 21. Jahrhunderts" James Bond 007 gewidmet. Innen geht es nobel zu: Handpolierte Champagnergläser aus Sterling-Silber, eine vergoldete Wasserpfeife und ein Humidor machen den Wagen zur Lounge. Zwecks Unterhaltung sind die neuesten Versionen von Xbox und Playstation sowie ein LTE-Hotspot an Bord. Hilfe! (fpi)