Lötkolben und Lederhose: Maker-Messe in München

Die Make Munich ist wieder da: Am ersten Novemberwochenende lädt die Bastlermesse wieder in die Münchner Tonhalle. Zahlreiche Workshops sollen die Besucher zu aktiven Teilnehmern machen.

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Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Anika Kehrer
  • Philip Steffan

Am 1. und 2. November findet in München die zweite Ausgabe der Make Munich statt. Auf der DIY-Messe warten 53 Aussteller, 21 Vorträge und 22 Workshops auf Besucher "Jeder soll etwas Selbstgemachtes mit nach Hause nehmen können, das er vorher nicht kannte.", hieß es heute von Seiten der Veranstalter auf einer Pressekonferenz. 2013 konnte die erste Make Munich rund 2500 Menschen begeistern.

Den Workshops komme auf der Messe in diesem Jahr ein besonderer Stellenwert zu: Das Tagesticket für 13 Euro und das Zweitagesticket für 23 Euro enthält bereits die Teilnahmemöglichkeit an vielen Workshops. Sogar ein Make-Munich-T-Shirt müsse man sich selbst machen, heben die Veranstalter hervor: Es gäbe kein Merchandising, aber einen Siebdruck-Workshop.

Eines von rund 50 Projekten: Der Papp-Roboter-Bausatz von Daniel Kocyba alias Zoobotics. Bisher gibt es nur Prototypen – die können allerdings erwiesenermaßen laufen.

(Bild: Philip Steffan)

Weiterhin stellen 53 Projekte und Firmen aus, darunter Fablabs, Uni-Projekte, Maker-Startups, Werkstätten, aber auch Komponentenanbieter wie Conrad, Bürklin und Watterott. Dazu treten 21 Vorträge, zum Beispiel über die Maker-Szene in Afrika. Das besondere sei dort, dass Maker-Produkte stark darauf ausgerichtet sind, den Alltag zu erleichtern. Konkret geht es um ein 3D-Druck-Projekt, das Landminen zu Schulungszwecken herstellt, oder um ein neue Hightech-Werkstatt in Garching, dem Münchner Wissenschafts-Dorf. "Das ist ein Maker-Traum, der dort wahr wird", schwören die Veranstalter.

Durch Open Hardware wie den Arduino, 3D-Druck, das Internet of Things, Crowdsourcing und E-Commerce habe die schon seit den 1970er Jahren existierende Do-it-yourself-Bewegung einen Kreativitätsschub erfahren, erläutern die Veranstalter den Hintergrund ihres Engagements: "Kreative haben sich auf die ITK-Branche gestürzt, weil sie es konnten, weil es so einfach war." Heute seien Basteleien für alle erschwinglich, und über das Internet habe man auch sofort ein Publikum. "So kann aus Makern, die etwas gebastelt haben, heute schnell ein Unternehmen werden."

Kern-Duo hinter der Make Munich 2014: Produkdesignerin und Maker-Fan Jenny Ludwig, Architekt und Startup-Förderer Martin Laarmann.

(Bild: Anika Kehrer)

Martin Laarmann und Jenny Ludwig bilden den Kern des diesjährigen rund ein Dutzend Leute großen Organisationsteams. Den beiden Selbständigen geht es dabei ganz ähnlich wie den Makern, die aus ihrem Hobby einen Beruf machen: Sie setzen seit etwa Mai 2014 beide in Vollzeit auf ihre Veranstaltung. Die erste Make Munich im April 2013 entstand aus einer Laune heraus, erzählt Ko-Organisator Laarmann.

Der gelernte Architekt arbeitete bis Mai 2014 als Projektmanager für den Münchner Startup-Space Werk1 und hatte sich auf der ersten Make Munich insbesondere beim 3D-Druck eingebracht. Im Werk1 lernte er seine Ko-Organisatorin Jenny Ludwig kennen: Die Produktdesignerin hat schon für Makerbot gearbeitet und baut im Werk1 zusammen mit anderen das Munich Makerlab auf. Neben dem schon traditionsreichen Münchner Fablab soll dort der größe Makerspace der Stadt entstehen.

Die Redaktion der c't Hacks ist ebenfalls mit einem Stand auf der Make Munich vertreten: Wir zeigen einige unserer Basteleien aus früheren Heften und sind jederzeit für Fachsimpeleien und zu Ideen für neue Artikel zu sprechen. (phs)