US-Kinoverband NATO vs. Google Glass: Verbot von Wearables bei Vorstellungen
Die gemeinsamen Branchenrichtlinien des US-Kinoverbands NATO und des Filmstudio-Verband MPAA sehen jetzt auch ein Verbot von Wearables in Kinosälen vor. Grund ist die Angst vor Filmpiraterie.
Der US-Kinoverband National Association of Theatre Owners (NATO) und der Filmstudio-Verband MPAA haben sich für ein Verbot von Wearables in Kinos ausgesprochen. Besucher sollten Geräte wie etwa die Datenbrille Google Glass bei einer Vorführung ausschalten und verstauen. Falls sich die Träger der Geräte weigern, sollten sie des Kinos verwiesen werden. Unklar ist, ob künftig auch Besucher mit unauffälligeren Wearables wie etwa einer Smartwatch Verweise fürchten müssen.
(Bild:Â dpa, Jens Kalaene)
Hintergrund ist die Angst der Branche vor Filmpiraten, die Vorführungen mitschneiden und übers Netz verteilen. Entsprechend empfehlen die Verbände, dass die Kinomitarbeiter die Polizei alarmieren, wenn sie verdächtige Aufnahmeaktivitäten bemerken. Bislang galt die Verbotsempfehlung nur etwa für Smartphones und andere aufnahmefähige Geräte. Der Passus zu Wearables wurde nun in die unverbindlichen Branchenrichtlinien der beiden einflussreichen US-Verbände ergänzt.
Wider die Piratenbrille
In den USA gab es bis jetzt vor allem individuelle Verbots-Regelungen bezüglich der Google Glass, wie etwa bei der kleineren Kinokette Alamo Drafthouse. Kaum war die Datenbrille im Juni in Großbritannien erhältlich, erklärten auch gleich der dortige Kinoverband CEA sowie die Kette Vue, dass Besucher in britischen Kinosälen keine Google Glass tragen dürfen.
Für besonderes Aufsehen sorgte Anfang des Jahres ein Fall im US-Bundesstaat Ohio, bei dem ein Google-Glass-Träger aus einer Kinovorführung von Zollbeamten abgeführt und einige Stunden verhört wurde. Er wurde verdächtigt, den Film mittels seiner Datenbrille mitgeschnitten zu haben.
Für heimliche Filmaufnahmen taugt etwa eine Google Glass allerdings nur bedingt, da eine Aktivierung für auffälliges Leuchten des Prismendisplays sorgt. Ein weiteres Hindernis ist der Akku: Bei Videoaufnahmen ist der nach rund 45 Minuten leer, potenzielle Piraten müssten sich mit einem zusätzlichen Akkupack ausstatten. Bislang wird die Brille nur in den USA und Großbritannien verkauft. (axk)