Militär und NASA wollen eigene Lytro-Kameras entwickeln
Der innovativen Lichtfeld-Kamera Lytro blieb der kommerzielle Durchbruch bislang verwehrt. Mit einem Entwicklerkit richten sich die Macher nun an Dritthersteller. Zu den ersten Kunden gehören die NASA sowie das US-Verteidigungsministerium.
Die von Lytro entwickelte Kamera-Technik könnte schon bald im Weltraum und auf dem Schlachtfeld zum Einsatz kommen.
(Bild: Lytro)
Die Welt der digitalen Kameras wird von zwei Faktoren dominiert: Geschwindigkeit und Auflösung. Einen anderen Weg geht das US-Unternehmen Lytro, die beiden bislang entwickelten Kameras nutzen die Lichtfeld-Fotografie, um den Fokuspunkt eines Objekts auch nachträglich noch verändern zu können.
Das aktuelle Modell im DSLR-Design namens Illum schlägt mit knapp 1600 US-Dollar zu Buche. Die Auflösung beträgt umgerechnet lediglich vier Megapixel, ein Durchbruch im Massenmarkt ist wohl nicht zu erwarten. Aus diesem Grund bietet der Hersteller ab sofort ein Lytro Development Kit (LDK) an, mit dem sich Spezialkameras auf Basis der Lichtfeld-Fotografie entwickeln lassen, wie The Verge berichtet. Die jährlichen Kosten hierfür belaufen sich auf 20.000 US-Dollar, dafür erhalten interessierte Unternehmen ein Set aus Linse, Sensor, Verarbeitungssystem, Software und passende Algorithmen.
Lytro richtet sich mit dem LDK schon aufgrund der enormen Kosten nicht an Bastler, sondern an große Konzerne und staatliche Institutionen. Zu den ersten Kunden gehören die US-Raumfahrtbehörde NASA, das US-Verteidigungsministerium sowie private Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit und Rüstung. Die NASA möchte die Lytro-Technik bei Weltraummissionen sowie an Bord von Erkundungsfahrzeugen auf fremden Planeten einsetzen. Das US-Verteidigungsministerium hingegen plant, seine bereits existierenden Nachtsichtgeräte zu verbessern.
Als Grund für die unerwartete Öffnung gegenüber Drittherstellern führt Lytro die Vielzahl an Anfragen an. Das Team sei zu 100 Prozent mit der Weiterentwicklung der Lichtfeld-Fotografie beschäftigt, daher hätte sich ein Entwicklerkit für interessierte Unternehmen als Ausweg angeboten. Sicherlich dürften jedoch auch finanzielle Interessen für einen Technologietransfer gesprochen haben. Die Entwicklung der Lytro-Kameras wurde bislang in erster Linie durch Investoren gesichert. (axk)