Brandanschläge auf Bahn legten auch Handys lahm
Unbekannte Täter haben am Samstag auf Kabelschächte an Bahnstrecken im niedersächsischen Bad Bevensen, Bremen und Karstädt in Brandenburg Brandanschläge verübt und damit auch Mobilfunkverbindungen lahmgelegt.
Die Brandanschläge in der Nacht zum Samstag auf Kabelschächte der Deutschen Bahn sollten offenbar an den Tod eines französischen Atomkraftgegners bei einem Castor-Transport aus dem französischen La Hague ins Atommüll-Zwischenlager Gorleben vor zehn Jahren erinnern. Das geht aus einem Bekennerschreiben hervor, das unter dem Pseudonym "Autonome Gruppen" auf einer Website der linken Szene veröffentlicht wurde.
(Bild:Â Wolfgang Klee/Deutsche Bahn)
Wegen der Feuer fielen die Stellwerke in Hamburg, Kiel und Lübeck, die Signalanlagen sowie der Funkverkehr zu den Zügen für mehrere Stunden aus. Die Lokführer mussten langsamer fahren und sich über Handy verständigen. In Bremen hatten die Täter gleich an zehn Stellen etwa 15 Kilogramm schweren Betonplatten von den Kabelschächten entfernt, um Feuer zu legen.
Betroffen waren nicht nur Bahn-Kunden, sondern auch Handy-Nutzer. Weil in den Kabelschächten auch Leitungen des Mobilfunkanbieters Vodafone liegen, konnten nach Angaben des Unternehmens knapp 70.000 Kunden im Großraum Bremen und Oldenburg am Samstag stundenlang nicht telefonieren. Die Bahnanlagen in Bad Bevensen und Bremen konnten nach Angaben der Bahn am Samstagabend wieder repariert werden. Die Schäden in Karstädt sollen erst im Laufe des Montags behoben werden, das laut Bahn zunächst Ersatzteile beschafft werden müssen.
Nach der Veröffentlichung des Bekennerschreibens hatten Staatsschutzabteilungen der Landespolizei die Ermittlungen von der Bundespolizei übernommen. In Brandenburg wurde eine eigene Ermittlungsgruppe beim Landeskriminalamt gebildet. Auch die Staatsanwaltschaft Lüneburg nahm Ermittlungen auf. Zur Schadenshöhe konnte die Bahn am Sonntag noch keine Angaben machen. (ad)