Mannesmann: Vodafone-Kandidat im Aufsichtsrat aufgelaufen
Die Arbeitnehmervertreter lieĂźen den britschen Kandidaten zum Vorstandsvorsitz des Mannesmann-Konzerns, Julian Horn-Smith, im ersten Wahlgang durchfallen.
Auf der heutigen Aufsichtsratssitzung des Mannesmann-Konzerns wurden die neuen britischen Machthaber in der Konzernzentrale mit den TĂĽcken des "rheinischen Kapitalismus" konfrontiert: Wie am Rande der Hauptversammlung bekannt wurde, fiel der von Vodafone-Chef Chris Gent als Nachfolger fĂĽr den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Klaus Esser vorgesehene Julian Horn-Smith bei der Wahl im Aufsichtsrat durch.
Die Arbeitnehmervertreter machen ihre Zustimmung zu Horn-Smith von konkreten Zusagen des Briten zur Zukunft des Mannesmann-Konzerns abhängig. Sie fordern, dass Düsseldorf – wie ursprünglich von Gent versprochen – die Europa-Zentrale des Konzerns mit eigenem Personalvorstand bleibt. Der Hauptversammlung blieben die Arbeitnehmervertreter demonstrativ fern. Klaus Zwickel, Vorsitzender der IG Metall und Aufsichtsrat bei Mannesmann, brachte seinen Unmut mit klaren Worten zum Ausdruck: "Wir sind keine Statisten. Wir lassen uns von Vodafone nicht an der Nase herumführen." Der Aufsichtsrat wird im Anschluss an die Hauptversammlung erneut zusammentreten.
Gent hat mittlerweile allen Grund zum Ärger. Sicherlich hätte er die Übernahme des Düsseldorfer Konzerns gerne ohne die negatvie Presse der letzten Tage über die Bühne gebracht. Und wenn er geahnt hätte, dass sich Teile des Aufsichtsrats gegen seinen Kandidaten stellen würden, hätte er seine wichtigen Termine, wegen derer er der Hauptversammlung fern blieb, wohl doch verschoben: Wenn Gent anwesend gewesen wäre, hätte Julian Horn-Smith gleich im ersten Wahlgang bestellt werden können. (chr)