Schaltsparplan
Getrag verbessert seine Doppelkupplungsgetriebe mit einer elektrohydraulischen Betätigung und verringert so den Leistungsbedarf für Schalten und Kuppeln auf nur mehr 31 Watt im NEFZ . Damit hat das Doppelkupplungsgetriebe in seiner Effizienz mit dem manuellen Schaltgetriebe praktisch gleichgezogen
Untergruppenbach, 12. November 2014 – In modernen Autos fällt es nicht mehr so auf, aber wer schon mal sportlich unterwegs war oder ein älteres Fahrzeug mit einem größeren Motor bewegt hat, weiß, wieviel körperliche Arbeit Kuppeln und Schalten bedeuten können. In einem Automatikgetriebe werden diese Funktionen vom Getriebe ausgeführt und der Fahrer spürt nichts mehr davon. Energie kosten sie gleichwohl immer noch – und das schlägt sich dann im Prüfzyklus nieder. Im Zeitalter der verordneten CO2-Erbsenzählerei ein lohnender Ansatzpunkt für Verbesserungen.
Doppelkupplungsgetriebe zeichnen sich aufgrund geringer Reibung und reduzierter Verlustmomente prinzipiell durch einen hohen Wirkungsgrad aus, was sich im Fahrzeug günstig auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt. Ebenfalls typisch für ein solches Getriebe ist allerdings ein gewisser Leistungsbedarf für die automatische Betätigung seiner Kupplungen und der Gangschaltung. Getrag hat seine DKGs für den Quereinbau in Pkw mit den Bezeichnungen 7DCT300 und 6DCT150 nun in dieser Hinsicht deutlich verbessern können.
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Das vor allem fĂĽr Kleinwagen konzipierte Sechsganggetriebe 6DCT150 soll 2016 mit smart actuation erscheinen.
Die beiden Doppelkupplungsgetriebe mit Ölbadkupplung erhalten die bereits im 6DCT250 bewährte bedarfsgeregelte Betätigung für Kupplung und Schaltung. Das 6DCT250 hat im Gegensatz zu seinen neueren Abkömmlingen noch Trockenkupplungen und eignete sich damit am besten für einen neuen Ansatz. In Serie ist es seit 2009, etwa im Renault Mégane mit EDC und etlichen Ford-Modellen. Getrag konnte seinen Leistungsbedarf von rund 250 auf unter 40 Watt im NEFZ senken und nennt seine Aktuatorik deshalb „Smart Actuation“.
Von der Teil- zu Vollelektrifizierung
In der ersten Generation wurden Kupplungen und Schaltung hydraulisch betätigt, den dazu nötigen Druck hat eine mechanisch angetriebene Pumpe aufgebaut. Obwohl diese Hydraulik direkt statt vorgesteuert arbeitete und damit nur halb so viel Energie aufnahm wie in vielen anderen (Getrag sagt: den meisten) Automatikgetrieben des Wettbewerbs, hat sie immer noch 250 Watt Leistung im NEFZ gekostet. Eine vorgesteuerte Hydraulik hätte laut Getrag 500 Watt aufgenommen, wegen ihres Ölstroms für das Vorsteuerventil, den die Hydraulikpumpe zusätzlich fördern muss. Bei der Direktsteuerung wird der Ölvolumenstrom dagegen von einem elektromagnetisch gesteuerten Ventil geregelt. Man kann darin bereits eine Teilelektrifizierung erkennen – Elektrifizierung ist der Weg, dem Getrag schließlich zunächst ganz konsequent gefolgt ist.