CeBIT setzt voll auf China
Die Hannoveraner IT-Messe setzt im kommenden Jahr ganz auf das Partnerland China. Eine Innovationspartnerschaft soll den bilateralen Handel anheizen.
(Bild: CeBIT)
Drei Monate vor der Eröffnung der Messe zeigt sich der CeBIT-Vorstand der deutschen Messe AG sehr optimistisch: "China wird das erfolgreichste CeBIT-Partnerland aller Zeiten sein", erklärte Oliver Frese bei einem Pressetermin in Düsseldorf. Insgesamt erwarten die Veranstalter über 600 Aussteller aus China, die Stände mit mehr als 15.000 Quadratmetern belegen sollen.
Als Keynote-Redner konnte die Messegesellschaft Jack Ma gewinnen, Gründer und CEO des Handelsunternehmens Alibaba. Ma steht auch für den Wandel Chinas vom reinen Zulieferer zur eigenständigen IT-Nation, die nicht nur Smartphones herstellt, sondern auch in Bereiche wie dem Einzelhandel, Unternehmenssoftware und Industrie 4.0 wachsen.
(Bild:Â dpa)
Die Vielfalt macht sich auch auf dem Messegelände bemerkbar: Neben dem Zentralstand in Halle 6 wollen chinesische Aussteller in neun weiteren Hallen ausstellen. Am ersten Tag der CeBIT veranstaltet die Messegesellschaft zudem den China Germany ICT Summit, bei dem Spitzenvertreter aus beiden Ländern die aktuelle Lage der IT besprechen sollen.
Regierungen fördern Milliardenmärkte
Die Bundesregierung fördert den Handel mit China massiv. Schon heute ist Deutschland der wichtigste Handelspartner Chinas in Europa – und China Deutschlands wichtigster Partner in Asien. Diese Beziehung soll noch weiter verstärkt werden. So wurde in diesem Jahr eine Innovationspartnerschaft zwischen beiden Regierungen vereinbart. Wurden 2013 Waren und Dienstleistungen im Wert von 140 Milliarden Euro zwischen beiden Ländern gehandelt gehandelt, soll das bilaterale Handelsvolumen im Jahr 2015 auf 200 Milliarden Euro gesteigert werden.
Achim Haug von der deutschen Außenhandelsgesellschaft Germany Trade und Invest betonte die Herausforderungen für China. So fällt das Wirtschaftswachstum hinter die mittlerweile gewohnten Rekordwerte zurück, das gestiegene Lohnniveau macht den Exporteuren zu schaffen und der Ressourcenverbrauch der derzeitigen Wirtschaftsweise sei nicht aufrechtzuerhalten. "Die chinesische Wirtschaft ist in einem Umbauprozess", betonte Haug.
Doch gerade dieser Umbau zeige Potenzial: So müsse die Produktivität durch den verstärkten Einsatz von IT-Techniken gesteigert werden. Und um konkurrenzfähig zu sein, investiert China massiv in die Forschung. Bereits 2015 will die chinesische Regierung 2,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung stecken und erreicht damit annähernd europäisches Niveau. Von diesen Etats wollen deutsche Unternehmen profitieren. Auch die wachsende Mittelschicht mache China für deutsche unternehmen attraktiv: "Nach den USA ist China der zweitgrößte Einzelhandelsmarkt", sagte Haug.
Globalisierung als Ziel
Chinesische Unternehmen entdecken die Globalisierung zunehmend als Chance. So präsentierte sich der vorwiegend als Netzwerkausrüster bekannte Konzern Huawei in Düsseldorf als weltweites Unternehmen, dessen Hauptsitze eher zufällig in China sitze. "Ein Drittel der Weltbevölkerung nutzt bereits unsere Technik", erklärte Carsten Senz von Huawei Deutschland. In Deutschland werde bereits über die Hälfte der Bevölkerung mit Huawai-Netzwerktechnik versorgt.
Huawei sehe Deutschland jedoch nicht nur als Absatzmarkt – das Unternehmen beschäftigt in Deutschland derzeit 1700 Mitarbeiter in 18 Niederlassungen. Auch mit der deutschen Regierunge pflege man gute Kontakte: "Wir haben stark an der Digitalen Agenda mitgearbeitet – viel unserer technischen xpertise ist dort eingeflossen", betonte Senz. (anw)